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Hier ist jetzt der erste Vorgeschmack von meinem Fanfic! Ich hoffe er gefällt euch!

Ich werde die Teile abschnittsweise hier raufgeben, damits auch schön spannend bleibt *g*

Aber ich werde die Fortsetzungen nur auf die Page stellen, wenn mir mindestens drei Leute entweder ins GÄSTEBUCH oder an meine E-Mail Adresse (mrsorlando@networld.at)  schreiben wie sie den Fanfic finden!

Und jetzt VIEL SPASS

EINMAL USA UND ZURÜCK - LIEBE AUF ZEIT

Meine beste Freundin Laura und ich durften in den Sommerferien für vier Wochen nach Florida, um an einer Sprachreise Teil zu nehmen. Das war unser beider größter Traum, einmal nach Amerika zu fliegen, und dann noch dazu, vier Wochen, ohne Eltern im Land der unbegrenzten Möglichkeiten! Was will man mehr? Obwohl es eigentlich zum lernen war, freuten wir uns wie wild darauf. Es war Samstag, sechs Uhr früh und ich war gerade beim anziehen, als plötzlich mein Handy klingelte. Laura war am anderen Ende und fragte aufgeregt, ob ich schon alles gepackt hätte. Dabei war sie am Vortag bei mir und hat mir beim packen geholfen! Es schien mir, als wäre sie nur mehr ein reines Nervenbündel. Um acht Uhr trafen wir uns am Bahnhof, da wir von Innsbruck aus mit dem Zug nach Wien fahren mussten und vom dortigen Flughafen direkt nach Orlando flogen. In der Abfahrtshalle standen ein junger Mann und eine Frau, beide um die 20 Jahre, die uns zwei und noch ein paar andere auf der Reise und in Amerika "überwachen" würden. Wir verabschiedeten uns von unseren Eltern, Geschwistern, und Freunden, stiegen dann mit den anderen Kids und den Betreuern in den Zug und fuhren so um die 6 Stunden nach Wien. Dort angekommen fuhren wir mit einem Bus nach Wien Schwechat, zum Flughafen, gaben unser Gepäck auf, checkten ein und warteten bis unser Flug aufgerufen wurde.

Der Flug dauerte zirka 11-12 Stunden, und alle waren müde, als wir in Orlando ankamen, außer Laura und mir. Obwohl wir keine einzige Minute geschlafen hatten, waren wir hellwach! Möglicherweise lag es daran, das wir beide zu aufgewühlt waren. Schließlich kommt man nicht alle Tage nach Orlando. Wir holten also unser Gepäck, wurden mit einem Bus zu einzelnen Gastfamilien im Raum um Orlando gebracht. Wir mussten uns jeden Tag in so einer Art Schule treffen, da wir ja nicht zum Spaß hier waren. Aber wir zwei freuten uns darauf. Immerhin wollen wir unser Englisch ja um einiges verbessern, um vielleicht eines Tages hier zu wohnen. Unsere Gastfamilie hieß Bledsoe, und hatte zwei Kinder. Einen Sohn namens Ben, der im gleichen Alter war, wie Laura und ich, und ein Mädchen namens Lara, die zwei Jahre älter war als Ben, also 18 ist. Lara sahen wir allerdings gar nicht, da sie für ein Jahr in Frankreich war, und dort als Au-Pair arbeitete. Als Laura und ich bei der Familie ankamen, trauten wir unseren Augen nicht. Das war kein normales Haus, da war ein regelrechter Palast! Ein riesiges Haus, einen Pool, einen Wintergarten, und dazu noch ein riesiges Freigehege mit Teich für den Alligator, den sie besaßen. Jane und Mike begrüßten uns ganz lieb und zeigten uns gleich das Zimmer, indem wir die nächsten vier Wochen schlafen werden. Es war ein riesengroßer Raum, mit Blick auf das Alligatorengehege, und Richtung Süden, so das wir ziemlich viel Sonne abbekamen. Das es so hell war hatten wir auch der riesigen Fensterfront zu verdanken. Es standen zwei Betten, ein großer Bürotisch mit zwei Stühlen, und sogar ein Laptop im Zimmer. Vom Laptop aus hatten wir sogar Internetzugang, so was nenne ich Service! Und dazu hatten wir noch einen äußerst komfortablen Wandschrank. Der zahlt sich besonders bei uns Girls aus, da wir ja ohnehin nur das Nötigste mit hatten ;-) Danach zeigte uns Jane alleine das Haus, weil Mike noch einen Termin hatte. Während wir uns alle Räume ansahen, sagte ich zu Laura: "Also ich bin mir tausendprozentig sicher, dass ich mich hier nicht nur einmal verirren werde!" "Ja das glaub ich auch, du verirrst dich ja schon bei uns zu Hause ständig", stichelte sie zurück. Ich bin nämlich wirklich wahnsinnig schusselig, lass alles liegen, und wenn man nicht auf mich aufpasst, geh ich schon mal verloren. Jane hörte das und sagte: "Keine Sorge, innerhalb kurzer Zeit hast du das hier schon raus, und sonst rufst du einfach nach Mike Ben oder mir. Wir finden dich schon!" Ben? Wer ist Ben dachte ich mir. Und schon beantwortete Jane meine Frage, als ob sie Gedankenlesen könne: "Achso, Ben kennt ihr ja noch gar nicht. Das ist unser Sohn, nur ist der im Moment unterwegs. Keine Ahnung wo der sich gerade rumtreibt.

Allerdings solltet ihr wissen, dass er manchmal mitten in der Nacht beginnt, auf dem Klavier rumzuklimpern, oder auf den Drums zu spielen. Ich hoffe, ihr habt einen halbwegs tiefen Schlaf, damit er euch nicht ständig weckt." "Da machen wir uns keine Sorgen, wir schlafen beide wie zwei Steine. Ich hoffe nur, wir verschlafen nicht allzu oft.", antwortete Laura. In dem Moment ging auch schon die Türe auf, und Ben kam herein. "Hi Ben, das sind unsere zwei Gäste Laura und Anita, die uns für die nächsten vier Wochen erhalten bleiben. Sei bloß nett zu ihnen!" "Keine Sorge Mom, ich werde ihnen kein Haar krümmen. Tag ihr zwei hübschen, ich bin Ben.", erwiderte er mit einem charmanten Lächeln. Jane bot uns etwas zu Essen an, aber wir lehnten beide dankend ab, da wir mittlerweile doch schon unglaublich Müde waren und nur noch ins Bett wollten. Nach einem kurzen Gute nacht verschwanden wir in unserem Zimmer, das nebenbei auch ein eigenes Bad besaß. Wir suchten unsere Pyjamas aus dem Koffer, gingen uns noch waschen und die Zähne putzen, und legten uns in die Betten. Wir tauschten noch kurz unsere bereits gesammelten Eindrücke von Florida und der Familie Bledsoe. Laura fragte mich, wie ich Ben fände, da sie genau wusste, dass er mein ist. Ich wollte ihr darauf nicht antworten, also vertröstete ich sie auf den folgenden Morgen. Kaum hatte ich also am drauf folgenden Tag meine Augen geöffnet, stand Laura vor mir und wiederholte ihre Frage vom Vorabend: "Wie findest du Ben?" "Dir auch einen guten Morgen Laura!" "Jaja, guten Morgen, aber sag schon!" "Ich find in ganz in Ordnung, aber ich hab in vielleicht fünf Minuten gesehen." "Ganz nett? Das kannst du deiner Urgroßtante erzählen, ich kenn dich doch!" "Na gut, er sieht schon süß aus, aber kenn ich seinen Charakter? Mal schauen, vielleicht ist er auch total unsympathisch." Das lässt sich ja ganz leicht rausfinden. Und jetzt mach hin, wir müssen in eineinhalb Stunden zum ersten Treffen. Weißt du überhaupt wo wir da hin müssen? "Ne, keinen blassen Schimmer. Aber vielleicht kann Jane uns ja helfen. Ich geh jetzt mal duschen und dann wird ich ordentlich frühstücken." "Ach man, ich wollt zuerst. Aber geh, die Letzten werden die Ersten sein." Ich streckte ihr meine Zunge entgegen und verschwand im Bad. Nachdem ich geduscht hatte, mir meine Zähne geputzt habe und fertig angezogen war, überlies ich Laura das Bad. Ich setzte mich inzwischen vor den Laptop, da ich sonst nichts besseres mit mir anzufangen wusste. Ich schrieb ein paar Freunden ne Mail, und informierte mich über ein paar gute Plätzchen hier in Orlando und Umgebung. Als Laura dann endlich fertig war, gingen wir zusammen in die Küche, wo wir ein gedeckten Tisch vorfanden und einen Zettel auf dem stand: "Tut uns Leid das wir euch am ersten Tag gleich alleine lassen, aber es konnte sich keiner von uns beiden frei nehmen. Fühlt euch einfach wie zu Hause. Und eure "Schule" ist auch gar nicht weit. Ihr müsst einfach beim Haus raus, rechts und immer gerade aus, dann kommt so ein großes Gebäude da seht ihr dann ein großes Schild. Das könnt ihr unmöglich übersehen, und falls doch, ruft mich auf meinem Handy an, die Nummer ist im Telefon auf Platz eins eingespeichert. Schönen Tag, Jane und Mike." Tja, und wo ist Ben, wollte Laura wissen. Als ob ich das wüsste. "Der wird schon irgendwo unterwegs sein", antwortete ich ihr. "Um halb acht Uhr morgens? Freiwillig?", knallte sie mir die nächste Frage entgegen. Ich sagte gar nichts mehr darauf, sondern machte mir einen Kakao und ein Nutellabrötchen. Kurz nach acht machten wir uns dann auf die Suche, zu unserer Schule. Dank der Beschreibung von Jane hatte wir sie auch auf anhieb gefunden. Am ersten Tag war noch nicht besonders viel los. Wir musste uns alle auf Englisch vorstellen, etwas über sich erzählen und wir bekamen

Unterlagen. So Übungsbücher. Nichts besonderes also. Um zehn Uhr war alles schon vorbei. Laura und ich wollten noch nicht nach Hause gehen, also schlenderten wir etwas durch die Gegend, schauten uns den ein oder anderen Laden an, und aßen zu Mittag bei Burger King. Danach gingen wir allerdings doch Heim, nicht das sich Jane oder sonst jemand Sorgen macht. Zu Hause war niemand. Niemand bis auf Ben, der im Wohnzimmer auf dem Klavier übte. Er spielte soweit ich in Musik aufgepasst habe, ein Stück von Chopin. Wir standen in der Türe und lauschten dem Geklimper von Ben. Erst als er das Stück fertig hatte, bemerkte uns. Laura und ich applaudierten begeistert. Wir zwei sind die absoluten Musikfreaks, und beherrschen auch Gitarre, Schlagzeug, Geige, Blockflöte, Keyboard, und noch ein paar andere Instrumente. Wir spielten auch mal in unserer Schulband, aber die hat sich leider aufgelöst. "Du kannst ja wirklich grandios spielen Ben! Woher kannst du das so gut?", fragte Laura. "Ach, ich mach seit ich klein bin Musik, und hab auch Unterricht gehabt. Da lernt man das eben. Kann einer von euch beiden auch ein Instrument spielen?" "Eines? Wir können ein paar. Habt ihr auch andere Instrumente außer ein Klavier?", erwiderte ich total begeistert. Laura hielt sich eher im Hintergrund. Er führte uns in seinen Probenraum, wo Gitarren, Bass, Schlagzeug, und ein Keyboard standen. Ich rannte als erstes zur Gitarre, eine "PRS Artist Series II" -ein echter Traum das Teil- und spielte "Hotel California" von den Eagles. Ben erkannte nach ein paar Takten, welcher es war. Als ich fertig war, applaudierte Ben und auch Laura war begeistert, obwohl ich ihr fast täglich zu Hause etwas auf meiner Gitarre vorspiele. Diese Reise war somit endgültig perfekt. Ich bin mit meiner besten Freundin in Orlando, unserer Traumstadt, bin bei einer einzigartig und netten Gastfamilie, die nebenbei einen ultranetten Sohn hat, und kann dazu jeden Tag Gitarre spielen. Zu Hause hatte ich schon Angst, dass ich Entzugserscheinungen bekomme, weil ich einen Monat keine Gitarre in der Hand halten könnte. Nachdem Laura und ich noch ein paar Songs anstimmten, fragte und Ben: "Hättet ihr beiden nicht Lust heute Abend mit mir und zwei Kumpels etwas zu unternehmen?"

Ehe ich ihm antworten konnte, stimmte Laura für uns beiden zu. Den Nachmittag verbrachten Laura und ich im Wintergarten und studierten die Übungsbücher die wir Vormittags bekamen. Der Stoff der in den kommenden Wochen durchgenommen werden würde war ohnehin easy, da wir ja schon alles kannten. Ben fuhr inzwischen weg, mit den Worten, er müsse noch etwas besorgen. Jane kam um halb fünf Uhr wieder nach Hause, legte sich eine Stunde aufs Ohr und begann das Abendessen zuzubereiten. Sie kochte Chillie Concarne, Lauras absolutes Lieblingsessen. Dafür würde sie sterben. Während wir aßen, fragte uns Jane, wie wir den Tag verbracht hatten. So erzählten wir ihr, wies in der Schule war und wie wir mit Ben zusammen Musik gemacht haben. Darüber schien sie sehr erfreut, das wir so gut mit ihrem Sohn auskamen. Als wir uns gerade unterhielten kamen Ben und Mike gemeinsam nach Hause, wuschen sich kurz und aßen mit uns zu Abend. Danach machten Laura und ich uns fertig. Als wir gerade am Outfit aussuchen waren, fiel uns ein, dass wir nicht mal wussten, wo uns Ben und seine zwei Kumpels hinführten. Wir zogen beide eine Jeans, ich ein blaues und Laura ein grünes Top an. Die Haare hatte wir irgendwie hochgesteckt. Ben wartete vor der Türe und saß auf der Motorhaube seines Autos. Als wir raus kamen, verhielt er sich irgendwie voll "macho-like". Zuerst pfiff er und dann meinte er: "Oh lala, da haben sich zwei aber sexy gemacht!" Irgendwie war es ja ganz nett, aber ich kam mir schon etwas blöd angemacht vor. Aber vielleicht wollte er ja nur den coolen raus hängen lassen und nicht zu viel von seiner sensiblen Seite zeigen. Laura und ich stiegen ins Auto ein und ließen uns überraschen wo es hin geht. Zuerst holte Ben seine beiden Kumpels, die er uns als Patrick und Michael vorstellte ab und fuhr dann zu einem Club am Strand, der eher unbekannt war, wie uns Pat erzählte. Als wir bei diesem besagten Club ankamen, war erst mal kennen lernen angesagt. Patrick war ein eher kleinerer -im Vergleich zu Ben und Michael- mit dunkel blonden Haaren und stahlblauen Augen. Mike hatte zwar keine blauen Augen sondern braune, dafür allerdings blaue Haare.

Es sah gar nicht so schlecht aus, nur etwas ungewohnt, aber mal eine Abwechslung. Aber ich nehme andere Leute ja gerne auf die Schippe, so war es auch bei Mike. Er stellte sich gerade vor: "Hi Ladies, ich bin...", da fiel ich ihm ins Wort: "Freut mich dich kennen zu lernen Mary Blue!" Dafür erntete ich mir gleich einen Schienbeintritt von Laura. "Tja, das kommt davon, wenn man sich über andere lustig macht!", spottete Mike zurück. Scheinbar hatte ich da einen gefunden

der mit meinem spitzen Mundwerk umgehen konnte. "Ach was, das machen wir öfters. Einfach mal so zwischendurch treten, damit es uns nicht langweilig wird. Stimmts Laura? Nein sorry, das mit Mary blue war nicht so gemeint, es sieht nicht schlecht aus, wirklich. Also wie heißt du jetzt in echt?" "Jaja, komm, jetzt brauchst du auch nicht mehr schleimen!", er unterbrach und grinste mich breit an "Nein, Spaß

bei Seite, ich bin Mike, und du musst Laura sein, und die Hübsche neben dir Anita." "Nein, genau umgekehrt, aber bin ich nicht hübsch oder was?" "Oh sorry, ne bist schon auch hübsch!", antwortete er und grinste wieder. Nun meldete sich auch Laura wieder zu Wort: "Hi Mike,freut mich dich kennen zu lernen, und nimm Anita nicht allzu ernst, die ist ein bisschen crazy." "Keine Sorge, da haben wir zwei was gemeinsam, mit der werd ich schon fertig." "Und wer ist das?", fragte ich Ben und zeigte auf den anderen Typen. "Oh sorry hab ich vergessen vorzustellen. Das ist Patrick." "Hallo Patrick, nett dich kennen zu lernen." "Freut mich auch.", antwortete er und schaute mich dabei so süß an. Augen hat der Typ, bist du blöde! Nachdem wir mit dem Vorstellen fertig waren, gingen wir in den Club rein und Ben, Mike und Laura stürmten sofort die Tanzfläche. Ich wollte den Abend allerdings eher ruhig angehen lassen, damit ich länger Power habe, scheinbar genau wie Patrick, der sich erst mal einen Fruchtcocktail bestellte. Auf die Frage, was er da trinke, bestellte er mir auch so einen Drink, ehe er mir antwortete. Aber ich muss sagen, es schmeckte gar nicht mal so schlecht. Pat hatte einen ausgesprochen guten Geschmack. Patrick und ich unterhielten uns eine Weile, über Orlando, und das Meer. Er erzählte mir auch, dass er Gitarre spiele, genau wie ich. Gerade als wir uns so schön unterhielten, musste Mike ankommen! "Na was ist los ihr zwei Spaßbremsen? Für was geht ihr in einen Club, wenn ihr nur doof an der Bar hockt?", fragte uns Michael. "Na warte", dachte ich mir, "Wer ist hier ne Spaßbremse? Das lass ich mir nicht zweimal sagen!" Ehe er sich versah, hatte ich mir Patrick geschnappt, zog ihn auf die Tanzfläche und tanzte mit ihm zu "The Remedy" von "Jason Mraz". Als ich zu Mike sah, der mit einer Cola in der Hand an der Bar saß, sah ich, wie ihm seine Kinnlade bis zum Boden hing. Der staunte nicht schlecht! Und Patrick schien auch recht happy zu sein, mit mir als Tanzpartnerin. Laura schwirrte irgendwo in dem Club rum, und setzte sich dann völlig außer Atem zu Mike und Ben hüpfte auch irgendwo rum. Den sah man mal 3 Sekunden und schon war er wieder weg. Um ein Uhr trafen wir uns dann bei Bens Auto und gingen dann noch am Strand, bei Mondschein spazieren. Keiner von uns war müde, im Gegenteil. Laura ging ganz dicht an Mike, und ich zwischen Ben und

Patrick. Und auf einmal schupste mich Ben, so das ich wiederum Pat schubste und wir beide landeten im Wasser, und ich kam auf Pat zu liegen. Der hielt mich an der Taille, sah mir in die Augen, und fragte ob alles in Ordnung wäre. Als ich so auf ihm lag, versank ich geradezu in seinen wundervollen blauen Augen. Die drei Trockengebliebenen lachten sich halbschlapp. Naja, eher lagen sie fast auf dem Boden und hielten sich den Bauch. Aber Ben würde nicht ungestraft davon kommen, da war ich mir sicher. Ich stand auf, nass durch und durch, und half Pat auf. Ich warf Ben nur einen Vorwurfsvollen Blick zu aber dann musste ich grinsen. Denn schließlich hätte ich ohne seine Aktion nicht in solchen Augen versinken können. Aber trotzdem musste er mich deshalb nicht gleich nass machen. Und von einer Entschuldigung hatte der Neandertaler auch noch nie was gehört.

Wir gingen noch etwa eine viertel Stunde und drehten dann um, um uns auf den nach Hause Weg zu machen. Ben setzte Mike bei seinem haus ab, und wollte dann Pat heim bringen, doch plötzlich bat er Ben etwas, womit wahrscheinlich niemand

rechnete: "Du Ben, hör mal, könntest du mir einen Gefallen tun?"

"Kommt drauf welchen!", erwiderte Ben. "Naja, meine Mom hat wieder mal einen neuen Typen, den ich nicht ausstehen kann. Kann ich heute Nacht nicht bei dir pennen? Bitte Ben, ich hab keinen Bock auf die beiden."

"Ja natürlich kannst du zu mir, wir finden schon noch einen Platz. Aber willst du da nicht mal ausziehen? So kann's ja auf die Dauer auch nicht laufen, wenn deine Mutter fast jede Woche einen neuen anschleppt." "Ja du hast schon recht, aber wovon soll ich das denn finanzieren?" "Stimmt auch wieder. Das wird schon. Du bist auf alle Fälle ein gern gesehener Gast bei mir." Somit stand fest, das die Bledsoes für die heutige Nacht einen weiteren Gast hätten. Wir fuhren nach Hause wo natürlich Jane und Mike schon schliefen, da es ja mitten in der Nacht war. Laura und ich machten uns bettfertig, wünschten Ben und Pat eine gute Nacht und legten uns aufs Ohr. Patrick schlief wie sonst auch wenn er bei hier schlief bei Ben im Zimmer. Um ungefähr halb fünf hatte ich wahnsinnigen Durst, und wollte ein Glas Milch holen. Als ich aus meinem Zimmer ging, um in die Küche zu gehen, musste ich's durchs Wohnzimmer. Als ich dort das Licht anmacht, da ich sonst womöglich noch gegen irgend etwas gerannt wäre, hörte ich plötzlich eine männliche Stimmte, die einen Schrei von sich gab. Mir blieb beinahe das Herz stehen! Ich sah mich um, und sah Ben auf der Couch sitzen. Er musterte mich von oben bis unten. Anfangs sah ich ihn nur an, und registrierte gar nicht, das ich nur mit Slip und BH bekleidet war.

 

Auf einmal spürte ich eine kühle Hand auf meiner Schulter. Ich erschrak, drehte mich um und sah direkt in Mikes Augen. Neben ihm stand Jane und auch Laura und Patrick kamen dazu. "Na klasse, jetzt stehe ich hier vor versammelter Mannschaft halbnackt, nur weil ich mir ein Glas Milch holen wollte?", dachte ich mir und wäre am liebsten im Erdboden versunken. Was musste Ben auch so schreien, als wolle ich ihn umbringen?! "Sorry, tut mir Leid das ihr alle meinetwegen auf seit, aber ich wollte mir eigentlich nur was zu trinken holen. Ich hatte ja keine Ahnung das Ben auf der Couch schläft.", rechtfertigte ich mich vor Mike. Plötzlich begann er zu lachen und ich dachte anfangs, er würde mich auslachen, bis er sagte: "Ach was, mach dir nichts draus! Ben ist es einfach nicht gewöhnt, dass hier nachts leicht bekleidete Mädchen durchs Haus rennen." "Dad!!!!", schrie Ben lauthals. "Aber lasst uns morgen drüber reden, und jetzt och ein paar Stunden schlafen. Gute nacht miteinander.", setzte Mike fort. So verschwanden er und Jane wieder in ihrem Zimmer, Pat trottete scheinbar total abwesend zurück in Bens Bett und Laura wollte auf mich warten, aber ich sagte ihr, dass ich gleich komme. Ich ging zum Kühlschrank holte mir meine langersehnte Milch raus und trank erst mal. Als ich auf dem Weg in mein Zimmer war, ging ich zu Ben an die Couch und entschuldigte mich noch mal, dass ich ihn so erschreckt habe, da es ja nicht meine Absicht war: „Ach, ist schon gut, du konntest ja nichts dafür, schließlich wusstest du ja nicht, dass ich im Wohnzimmer penne. Nur als ich dich da so halbnackt sah, war das etwas...“ er machte eine kurze Pause, „na ja, wie soll ich sagen...“, eine weitere Pause. „unerwartet!“, führte ich seinen Satz zuende. „Ja genau! Unerwartet. Aber leg dich jetzt lieber wieder ins Bett, bevor du dich noch erkältest.“ „Ben, es hat über zwanzig Grad! Wie soll ich mich da bitte erkälten?“ „Nein, ich meinte, du solltest lieber wieder schlafen gehen, schließlich müsst ihr beiden morgen wieder zur Schule.“ „Ja stimmt. Also schlaf gut und träum süß!“, sagte ich und huschte in mein Zimmer.

„Du brauchst aber lange für ein bisschen Milch. Oder warst du zufällig noch bei Ben?“, fragte Laura neugierig. „Ich glaube ich bin an ihm vorbei gekommen, und hab ihm eine gute Nacht gewünscht, mehr nicht.“ „Ja klar! Gibs doch zu, du stehst auf ihn! Wieso läufst du sonst nackt durch die Gegend?!“ „Laura! Das stimmt doch gar nicht! Ich wollte mir lediglich was zu trinken holen, ich hatte keine Ahnung, dass Ben im Wohnzimmer ist, und vor allem das er wach ist! Ach was, wieso sag ich dir das überhaupt? Ich will jetzt weiter schlafen, wir haben morgen noch was vor. Gute nacht!“, sagte ich mittlerweile etwas wütend. „Na klar, das werden wir ja alles noch sehen, wie das mit euch beiden ist. Schlaf gut!“

Also wäre das Thema Ben im Moment geklärt. Wir schliefen beide bis halb acht durch und machten uns dann für die Schule fertig. Ben saß auch am Küchentisch, während Jane und Mike bereits Arbeiten waren. „Soll ich euch beide fahren? Meine Highschool liegt nämlich sowieso auf dem selben Weg. „Nein danke nicht nötig, wir habens nicht weit.“, antwortete ich. „Aber gerne, so ein Angebot schlagen wir doch nicht aus. Aber wirklich nur, wenn’s keine zu großen Umstände macht.“, antwortete Laura. Das war ja typisch. Irgendwas führte sie im Schilde, das wusste ich genau. Natürlich waren es keine zu großen Umstände für Ben und wir fuhren zu viert, weil Pat ja auch noch da war mit seinem Auto zur Schule.

Wir lernten über die Grundgrammatik, und diskutierten über George W. Bush, natürlich auf Englisch. Wir hatten um ungefähr zwölf Uhr aus, da wir immer nur vier Lektionen pro Tag haben, und gingen zu Burger King essen, weil wir uns sonst selbst etwas kochen hätten müssen, und dazu keinen Bock hatten. Danach gingen wir nachhause und hängten uns vor den Fernseher und zogen uns irgendeinen Cartoon rein. Schon nach einer halben Stunde wurde mir das zu öde, und ich fragte Laura: „Sag mal hast du Lust mit mir in den Probenraum zu gehen? Die Cartoons sind mir zu fad!“ „Na gut, warum auch nicht.“ Also gingen wir und Laura setzte sich gleich an die Drums, ich schnappte mir die E-Gitarre, schloss sie an den Verstärker an und wir legten los. Wir spielten ein paar Songs, und als wir gerade „Breakfast at Tiffany´s“ spielten kam Ben heim, suchte uns und sang sofort mit. Als der Song aus war legte ich die Gitarre auf die Seite und holte mir was zu trinken, weil ich total außer Atem war. „Ich hoffe es macht nichts, wenn wir uns an deinen Instrumenten bedienen, aber uns war einfach so langweilig.“, sagte ich zu Ben. „Nein ist schon in Ordnung, ihr sollt euch ja wie zu Hause fühlen! Was macht ihr denn heute Abend?“ antwortete er. „Noch nichts, was schlägst du denn vor?“, fragte ich ihn. „Pat und ich wollen ins Kino, wollt ihr nicht mit?“ „Kommt Mike nicht mit?“, fragte Laura geradezu traurig. „Nein, er war heute nicht in der Schule, ich weiß nicht was mit ihm los ist. Ich ruf ihn gleich mal an, vielleicht hat er ja nur geschwänzt.“ Während Ben mit Michael telefonierte, saßen wir auf der Couch und ich musste mir das grinsen vor Laura verkneifen. Scheinbar war nicht ich diejenige, die sich hier verliebt hätte, sondern Laura. „Was grinst du denn so blöde?“, fuhr sie mich an. „Komm mal mit.“ Ich zerrte sie in unser Zimmer, während Ben immer noch telefonierte. „Was machst du dich eigentlich über mich lustig, von wegen, ich hätte einen Stand auf Ben! Du bist doch die jenige, die ein Auge auf Mike geworfen hat!“ „Warum machst du mich deshalb so an?“ „Weil du mich damit aufgezogen hast, obwohl es gar nicht mal stimmt.“ „Na gut, es tut mir leid. Ja du hast Recht mit Mike. Aber sags bitte niemandem.“ „Schon gut, ich bin ja nicht so wie du!“ Wir gingen wieder aus dem Zimmer und ernteten einen komischen Blick von Ben und ein klasse Kommentar: „Was habt ihr Weiber immer für Geheimnisse die wir Männer es nicht hören dürfen?“ „Abgesehen davon, dass wir keine Weiber sondern Girls sind, geht dich das gar nichts an, du bist ja kein Girl oder?“ „Nein nicht das ich wüsste.“ „Was hat Michael denn nun gesagt?“, drängelte Laura. „Achso ja, er war heute nicht in der Schule, weil er sich von seiner Freundin getrennt hat und es ihm nicht gut geht, aber ich konnte ihn überreden mit ins Kino zu kommen, als

Ablenkung.“ Laura war zufrieden, und ich ging duschen, weil ich mich ja fürs Kino vorbereiten musste.

Der Film fing um neun Uhr an und wir trafen uns um halb sieben bei Michael. Bevor wir ins Kino gingen, aßen wir noch eine Pizza in der Pizzeria von dem neuen Lover von Pat´s Mom.

Der Film war um halb zwölf aus und wir gingen noch auf einen Drink in eine Bar.

Als Laura und ich mal kurz ungestört waren, fragte ich sie, wieso sie den ganzen Abend kein Wort mit Mike redet. „Er hat sich doch gerade von seiner Freundin getrennt, da kann ich doch nicht einfach...“ „Na klar kannst du!“ „Aber wir sind ja nur vier Wochen hier, dann breche ich ihm sein Herz. Ich will ihm doch nicht wehtun!“ „Laura, du musst wissen was du willst. Aber reden kannst du schon mit ihm.“

Kaum hatte ich das gesagt ging sie zu Mike und quasselte ihn voll. Ich saß dann allein, recht gelangweilt an der Bar und starrte meinen Drink an. „Hey, was ist denn los mit dir, bist du traurig?“, fragte mich Patrick. „Nein, eigentlich nicht, mir ist nur irgendwie langweilig.“ „Ach so, verstehe, willst du vielleicht etwas spazieren gehen, draußen ist es fein warm?“ „Ja, wieso nicht, öder als hier kann es ja nicht sein.“

Wir gingen aus der Bar, Richtung Strand und Pat erzählte mir von seiner Mom und von ihren ständig wechselnden Männern. Wir kamen an eine kleine Bootanlegestelle und setzten uns in so ein kleines Paddelboot und unterhielten uns weiter. „Bei mir geht im Moment einfach alles schief! Meine Mom interessiert sich nur für ihre Kerle, in der Schule gibt’s nur schlechte Noten, und sonst klappt auch gar nichts!“ „Hey komm schon, Kopf hoch, so eine Phase hatte ich vor ein paar Monaten auch mal. Im ersten Schulsemester, da hatte ich den absoluten Hänger, weil mein Freund mit mir Schluss gemacht hat, aber niemand hatte sich dafür interessiert, ich bin immer auf irgendwelchen Partys gewesen, und hab mich voll laufen lassen, nur Laura hat mir dann da raus geholfen, hat mit mir Nächte lang durchgeredet, und mir wurde allmählich klar, dass irgend so ein Typ es nicht wert ist, sich so gehen zu lassen. Ich hab mein Leben wieder in Ordnung gebracht, meine Noten wurden wieder besser, und ich war wieder glücklich. Du bist doch auch so down, weil deine Freundin mit dir Schluss gemacht hat oder?“ „Ja, aber das ist schon 2 oder 3 Monate her, ich dachte ich hätte das endlich überwunden.“ „Dachtest du! Das hab ich auch gedacht als ich in den Alkoholkonsum abgestürzt bin, aber das war falsch.“ „Weißt du was, du hast mir gerade die Augen geöffnet! Ich werde in der Schule besser werden, meiner Mom die Meinung sagen, mir einen Job suchen, das ich mir dann ein kleine Wohnung leisten kann. Danke, du hast mir echt geholfen, ich wünschte du würdest für immer hier bleiben, du bist echt eine klasse Freundin!“, kaum hatte er das gesagt, umarmte er mich. Und während wir uns umarmten, kam Ben. Klar, das musste ja wohl passieren. „Hey ihr zwei Turteltauben, wir wollen langsam nachhause fahren, möchtet ihr hier weiter knutschen oder mitkommen?“ „Du Vollidiot, wer knutscht denn hier? Sie hat mir nur endlich bei meinen Problemen geholfen, was bisher noch keiner von euch getan hat!“, schnauzte Pat Ben an. Was auch immer Ben gerade dachte, wir gingen zusammen zum Auto, wo auch Laura und Michael warteten. Vielleicht war ja Ben nur neidisch, weil Michael und Laura und Patrick und ich zusammen abhingen, und Ben alleine war. Wir fuhren wortlos heim, setzten Mike vor seinem Haus ab, danach Patrick und fuhren dann zu uns, wo Jane und Mike schon im Bett waren, weil es ja schon nach Mitternacht war. Ben schien echt sauer zu sein, denn er schmatzte uns nur ein „Gute Nacht“ hin und verschwand in seinem Zimmer. Laura und ich gingen daraufhin etwas verwundert in unser Zimmer, zogen uns um und legten uns ins Bett. „Sag mal, weißt du was Ben eben hatte? Der ist ja total sauer!“, fragte ich Laura. „Nein, keine Ahnung, ist mir ehrlich gesagt auch ziemlich egal, der wird sich schon wieder beruhigen, und jetzt lass mich bitte schlafen, ich bin müde.“

Ich versuchte auch die Augen zu zumachen, aber ich grübelte die ganze Zeit über das Verhalten von Ben. Plötzlich hörte ich, wie jemand auf dem Schlagzeug trommelte. Ich wusste eigentlich, dass das nur Ben sein konnte, wollte aber trotzdem nachsehen. Also ging ich zum Probenraum, spähte durch den Spalt der offenen Tür und sah, wie Ben total wütend auf die Drums hämmerte. Als er fertig und völlig außer Puste war, warf er die Sticks in die Ecke und legte seinen Kopf in die Hände. Es sah aus als ob er heulen würde. Ich wusste nicht recht, ob ich jetzt zu ihm gehen, oder einfach wieder gehen sollte. „Weshalb bist du so wütend, dass du mitten in der Nacht hier rumtrommelst? Ist es wegen heute Abend?“, stürmte ich ins Zimmer und forderte ihn auf, mich aufzuklären.

„Meine Güte hast du mich jetzt erschreckt! Hab ich dich geweckt? Tut mir Leid!“ „Nein, ich bin gar nicht zum einschlafen gekommen, aber könntest du jetzt bitte meine Frage beantworten?“ „Können wir das nicht morgen klären?“ „Nein, wir klären das jetzt hier und sofort!“ „Oh man! Na gut aber lass uns bitte in mein Zimmer gehen.“ Also gingen wir in Bens Zimmer, setzten uns aufs Wasserbett und führten dort unser Gespräch weiter. „So und jetzt Klartext Ben, weshalb warst du vorhin so sauer? Hast du deine Tage oder was?“ „Ich hab mir den ganzen Abend einfach völlig anders vorgestellt! Schau mal, Mike und Laura haben nur zu zweit rumgequatscht, du bist auch mit Pat abgerauscht und ich bin alleine da gestanden. Ich dachte mir wir machen was zusammen, und nicht so. Vielleicht wollte ich mich auch mal mit dir alleine unterhalten? Immer ist Laura oder sonst jemand bei dir, nie erwische ich dich alleine!“ „Das hättest du doch sagen können, oder vielleicht hättest du einfach Pat nicht einladen sollen, dann wären wir beide auch alleine gewesen.“ Ja toll, das konnte ich doch im vorhinein nicht wissen das du dich absetzt.“ „Na gut, den heutigen Abend können wir jetzt nicht mehr rückgängig machen, aber was hältst du davon, wenn wir morgen einfach etwas nur zu zweit machen?“ „Und Laura? Wird die nicht beleidigt sein?“ „Mein Gott, die wird’s wohl überleben, einmal ohne mich. Von mir aus soll sie sich mit Michael treffen.“ „Also gut, und was machen wir dann morgen?“ „Keine Ahnung, du lebst hier, schlag du was vor!“ „Ich glaub ich weiß schon was. Lass dich mal überraschen!“ „Nein, ich bin aber so neugierig!!! Bitte sags mir!“ „Nein, unter gar keinen Umständen.“ Ich wollte es unbedingt wissen, also stürzte ich mich auf ihn und kitzelte ihn richtig durch, bis er um Gnade flehte und sich vor lachen den Bauch hielt. Wir kugelten beide über das Wasserbett und kitzelten uns gegenseitig, bis Ben auf mir zu liegen kam, wir uns in die Augen sahen und ich seinen warmen Atem immer näher kommen spürte.

Auf einmal hörten wir Schritte näher kommen -gerade als wir vielleicht noch zwei Millimeter voneinander entfernt waren- und jemand öffnete die Türe. Und wer war es? Natürlich, wie auch nicht anders zu erwarten, Laura. „Sagt mal, wenn ihr hier schon mitten in der Nacht rummachen müsst, könntet ihr das vielleicht auch in so einer Lautstärke machen, dass andere noch schlafen können?“ Wäre Ben nicht neben mir gewesen, hätte ich Laura womöglich in diesem Augenblick umgebracht. Nur weil sie nicht schlafen kann, muss sie mir alles versauen? Nebenbei, sind wir zuletzt ja schon still gewesen! Das hat sie sicherlich mit purer Absicht gemacht, weil sie mir mein Glück nicht gönnt, aber das wird sie mir noch büßen, so wahr mir Gott helfe! „Oh Mann, Laura muss das sein? Wir sind eh schon leise, was musst du jetzt extra hier reinplatzen? Komm halt die Klappe und leg dich wieder ins Bett!“, maulte Ben sie an. Sie verließ das Zimmer ganz perplex und Ben und ich wussten nicht recht was tun. „Es tut mir echt Leid Ben, ich wird mir Laura morgen mal zur Brust nehmen, das war pure Absicht. Aber womöglich war das ein Zeichen!“ „Ein Zeichen? Wofür?“ „Na schau mal, wenn wir uns jetzt in einander verlieben, und ich Ende des Monats wieder zurück nach Österreich muss, werden wir beide darunter leiden. Ich denke es ist besser wenn wir nur Freunde bleiben, wir tun uns sonst damit nichts Gutes.“ „Vielleicht hast du Recht, vielleicht aber auch nicht, ich weiß es nicht. Ich denke es ist besser wir gehen jetzt beide schlafen. Bleibt es aber trotzdem noch bei unserer Verabredung morgen?“ „Ja natürlich. Also gute Nacht und schlaf gut.“ Ich schlich mich total neben den Schuhen in mein Zimmer, legte mich ins Bett und zog die Decke ganz weit über den Kopf, obwohl es über zwanzig Grad hatte. Laura sollte nicht merken, wie mir die Tränen über die Wangen liefen, sie war ja teilweise dran Schuld.

Irgendwann, nach vielen Tränen, bin ich endlich eingeschlafen, aber ich musste wenige Stunden schon wieder aufstehen, weil ich ja in die Schule musste.

An diesem Morgen gab es kein „Guten Morgen“ für Laura, ich war stinksauer auf sie, was sie wohl auch merkte, aber kein Wort sagte.

Ben fuhr uns beide wieder zu unserer Schule, wo die ganzen Mitschüler und Betreuer vor dem Gebäude standen, um uns mitzuteilen, dass wir unsere Schule nicht betreten können, da alles unter Wasser stünde und wir deshalb in die nächste High School ausweichen müssten, die nur wenige Straßen entfernt wäre.

Wenn mal was schief geht, dann geht alles schief, dachte ich mir, denn die nächste High School, war dieselbe, die Ben auch besuchte. Die einzige tolle Nachricht des Tages war, dass wir am Abend eine Grillparty machen würden. Zumindest fand ich das anfangs toll, doch dann fiel mir ein, dass ich heute mit Ben verabredet war. Ich befürchtete, dass er ziemlich enttäuscht sein würde, aber ich kann nichts dafür, wenn wir das erst so spät erfahren.

Ich suchte nach unseren vier Stunden nach Ben, was ich beinahe aufgegeben hätte, wenn er mir schlussendlich nicht in die Arme gelaufen wäre.

„Hey, was machst du denn hier?“ „Überraschung! Also unsere Schule steht unter Wasser, deshalb weichen wir hierher aus. Aber ich muss dir was wichtiges sagen!“ „Aha, dann schieß mal los.“ „Ich weiß ja, dass wir heute Abend verabredet waren, nur unsere Gruppe macht heute Abend eine Grillparty am Strand, wo wir dabei sein sollten.“ „Oh Mann, ich hab mich doch schon so gefreut! Muss das ausgerechnet heute sein?“ „Glaub mir, wenn ich das früher gewusst hätte... Aber unser Betreuer hat uns das erst heute mitgeteilt. Es tut mir echt Leid! Aber du kannst ja mitkommen!“ „Ja toll, ich wollte doch mit dir alleine was unternehmen, und jetzt sind wieder so viele Leute dabei.“ „Das ist doch kein Problem! Zuerst grillen wir ein wenig, dann tanzen wir und danach können wir ja abhauen! Irgendwo ein Stück entfernt und dann können wir ja die Sterne beobachten. Was hältst du davon?“ „Na ja, bevor ich den ganzen Tag ohne dich verbringe, komm ich halt mit.“ „Klasse! Jetzt freu ich mich wieder auf heute Abend! Wie lange hast du denn heute Schule?“ „Bis drei, leider!“ „Na gut, dann nerv du die Lehrer, und ich wird inzwischen mit Laura reden.“ „Also gut dann sehen wir uns später, machs gut!“ Ben verschwand ganz schnell in seiner Klasse, da er schon gut fünf Minuten zu spät war. Ich ging aus der High School raus, wo Laura auf den Treppen saß. „Was hast du noch so lange getan?“ „Du redest ja wieder! Komm lass uns nach Hause gehen, ich muss mit dir reden.“ „Wenn es wegen gestern Abend ist, tut mir echt Leid.“ „Ja ist gut, ich muss trotzdem mit dir reden.“

Wir gingen zu Fuß nach Hause, setzten uns in den Wintergarten und redeten über die letzte Nacht. „Also, wieso bist du heute in Bens Zimmer gegangen?“ „Weil ihr so laut wart“ „Quatsch! Gut, anfangs waren wir laut, aber dann, kurz bevor du rein gekommen bist, waren wir leise! Ich war echt sauer auf dich, du hast die ganze Stimmung kaputt gemacht. Ich kann dir ja verzeihen, aber nur wenn du mir endlich die Wahrheit sagst! Bist du Eifersüchtig, neidisch oder was?“ „Ach, ich weiß doch auch nicht. Wenn du jetzt nur mehr mit Ben rumhängst, dann bin ich ganz alleine hier. Ich will dich einfach nicht an ihn verlieren. Und außerdem, wenn wir dann wieder nachhause fliegen müssen, darf ich mir dein Gejammer anhören. Da hab ich gleich

gar keinen Bock drauf.“ „Was redest du denn da? Du verlierst mich doch nicht, nur weil ich mal eine Nacht bei Ben verbringe! Abgesehen davon könnte uns doch kein Typ der Welt auseinander bringen, oder? Aber wieso bist du nicht gleich zu mir gekommen und hast mit mir darüber geredet?“ „Keine Ahnung. Können wir das nicht einfach alles vergessen von vergangener Nacht. Ich versprich dir auch, dich und Ben nie wieder zu stören!“ „Rückgängig können wir es sowieso nicht mehr machen, aber ich hab ein Problem mit Ben!“ „Welches denn?“ „Als du gestern reingekommen bist, war das so was wie ein Zeichen für mich. Als ob es bedeuten sollte, dass ich mich nicht in Ben verlieben sollte, da es uns beiden nur das Herz brechen würde.“ „Verstehe, aber das könnte dir auch bei jeder normalen Beziehung zu Hause passieren. Ich denke, ihr solltet es wenigstens mal versuchen.“ „Mal sehen, wie es die nächsten Tage läuft.“ Wir umarmten uns zum Schluss noch, und beschlossen, den Pizzaservice zu rufen, da wir beide hungrig waren. Wir bestellten auch Ben gleich eine mit, da er in einigen Minuten nachhause kommen müsste.

Kaum war der Pizzabote weg, kam Ben auch schon, total erledigt von der Schule. Aber kaum zeigten wir ihm sein Mittagessen, war er wieder fit.

Den restlichen Nachmittag verbrachten wir drei am Pool, vor dem Fernseher und mit Videospielen. Ausnahmsweise ein echt langweiliger Tag. Laura hatte sich auch bei Ben entschuldigt und alles war vergessen.

Um fünf Uhr kam Jane nachhause und kurz darauf Mike.

Bevor Laura und ich uns für die Grillparty fertig machten, führten wir einen kurzen Smalltalk mit Jane und Mike, wie es uns hier denn gefällt, ob wir uns gut eingelebt hätten und so weiter.

Um sieben Uhr fuhren Laura, Ben und ich Richtung Strand wo die Party steigen sollte. Wir hörten schon von weitem die laute Musik und je näher wir kamen, desto stärker wurde der Geruch nach Würstchen und Spare Rips.

Wie abgemacht haben wir uns zuerst die Bäuche vollgeschlagen, tanzten dann etwas zur Musik und sagten danach unserem Betreuer bescheid, dass wir uns etwas die Beine vertreten müssen. Der hatte zum Glück nichts dagegen und Ben und ich spazierten unter Sternenklarem Himmel den Strand entlang und setzten uns in einer Bucht in den Sand.

„Ist das nicht romantisch hier? Das rauschen des Meeres, und der wunderschöne Sternenhimmel?“ „Ja es ist einmalig!“ „Was wollen wir jetzt machen?“ „Lass uns einfach den Augenblick genießen!“ Wir legten uns beide hin uns starrten in den Himmel.

Nach einer Weile spürte ich, wie Ben meine Hand nahm und sie hielt. Er setzt sich auf, drehte sich zu mir und versuchte mir irgendetwas zu sagen, aber er brachte es nicht raus. „Was hast du denn? Sag schon, ich beiß dich auch nicht!“ „Also, das ist so, ich glaube ich...“ Weiter kam er nicht mehr, da unser Betreuer auf der Suche nach uns war und uns –wenn es nach ihm ging- endlich gefunden hatte. „Da seit ihr ja endlich, ich hab euch schon überall gesucht!“ „Jetzt hast du uns ja gefunden, was ist denn so wichtig?“ „Ich wollte euch nur holen, weil wir jetzt ein paar Spiele spielen möchten. Ich dachte ihr würdet gerne dabei sein.“ „Das ist ja nett von dir, geh schon mal vor, wir kommen gleich nach!“ So waren wir unseren Betreuer, der übrigens Alex hieß, wieder los. „Was wolltest du mir denn sagen, Ben?“ „Ach, war nicht so wichtig.“ „Das glaub ich nicht.“ „Wenn ich’s dir doch sage! Und jetzt lass uns zu den anderen gehen und die Kindergartenspiele mitmachen.“ Ben schien sehr enttäuscht, aber er wollte mir nicht sagen, was ihn bedrückte. Er ging auch ziemlich schnell, gerade das er nicht lief. Verstehe einer die Männer, dachte ich mir.

Als wir wieder bei den anderen waren, kam Laura gleich auf mich zu. „Tut mir Leid, ich wollte Alex ja aufhalten, aber er wollte euch unbedingt dabei haben.

Wie wars denn nun mit Ben?“ „Geht schon. Wir sind im Sand gelegen, haben dem Meer gelauscht und die Sterne beobachtet. Kurz bevor Alex dann kam, wollte Ben mir was sagen, aber er kam nicht weit. Das hat Alex wieder klasse hinbekommen. Irgendwas kommt doch immer dazwischen. Vielleicht soll es einfach nicht sein.“

Ich war ziemlich traurig und holte mir erst mal einen Cocktail, der meine Stimmung wieder etwas heben sollte.

Die Spiele die wir machten warn echt von einem Kindergeburtstag. Blinde Kuh, Stille Post und Pantomime, echt spannend. Zum Schluss spielten wir auf Wunsch eines Jungen aus meiner Gruppe Flaschendrehen. Schlimmer konnte der Abend ja nicht werden dachte ich mir und machte einfach mit, obwohl ich wenig Lust hatte, ebenso wie Ben, der auch nicht wirklich happy war.

Die Flasche zeigte nie auf mich, da hätte ich ja gleich nachhause gehen können. Doch beim letzten Dreher war ich an der Reihe. Und wen musste ich küssen? Ben! Ich wusste nicht Recht ob ich jetzt vor Freude in die Luft springen sollte, oder vor Enttäuschung wegrennen sollte, aber ich fand zum Glück einen Mittelweg.

Ben und ich näherten uns, und ich war wie verzaubert. Endlich war es geschehen. Laura applaudierte sogar, weil sie sich so für mich freute.

Nach einiger Zeit ging Alex aber –leider- dazwischen und beendete alles.

Es war schon halb ein Uhr und Zeit für uns nach Hause zugehen, meinte er.

Also fuhren Laura, Ben und ich nach Hause, tranken dort aber noch eine Cola, bevor wir ins Bett gingen, damit wir ja gut schlafen konnten.

Als  Laura und ich in unserem Zimmer waren, wollte sie sofort wissen wie es war.

„Hey, wir haben uns nur einen Kuss gegeben!“ „Ja und, aber wie hat er sich angefühlt?“ „Es war schön, aber können wir das nicht morgen kläre, ich bin saumüde, ich hab ja letzte Nacht kaum geschlafen.“ „Meinetwegen, schlaf gut und träum süß von Ben.“

Am nächsten Morgen hatte ich tierische Kopfschmerzen, obwohl ich ja kaum Alkohol getrunken habe. In der Küche war wie jeden Morgen nur Ben, weil seine Eltern schon so früh in die Arbeit mussten. Die bekam ich ja kaum zu sehen.

Ich machte mir erst mal einen starken Kaffee und nahm eine Aspirin.

„Kannst du uns heute wieder mitnehmen?“, fragte ich Ben. Meine Wünsche kann er sowieso nie abschlagen, also bejahte er auch dieses mal wieder.

„Was ist denn mit euch los?, Gar keinen guten Morgenkuss?“, stichelte Laura. „Mann, halt einfach die Klappe, das war gestern nur ein dämliches Spiel!“

Und das kam aus Bens Munde? Hab ich mich da gerade verhört? Ich checkte echt nicht, was in ihn gefahren ist. Zuerst will er mich unbedingt küssen, dann küsst er mich, dann ist es nichts besonderes mehr? Laura war auch ziemlich verblüfft von Bens Reaktion, aber wir wollten beide nichts sagen. Ich musste das mit ihm alleine klären, zu einem richtigen Zeitpunkt.

Wir frühstückten schnell, da es ohnehin schon relativ spät war und eilten dann zur High School.

Ben sagte auf dem Weg zur Schule kein einziges Wort, nur zur Verabschiedung kam ein kurzes „bye wir sehen uns Mittags“ von ihm. „Hat der heute seine Tage oder was ist in den Typ gefahren?“, fragte mich Laura. „Ich weiß es nicht! Ich würde jetzt am liebsten heulen!“ „Ach komm, das ist er auch wieder nicht wert. Lass uns schnell in die Klasse gehen, der Unterricht hat schon vor fünf Minuten angefangen.“ Der Unterricht war heute mal was neues. Wir wurden in Teams zu je drei bzw. zwei Leuten eingeteilt, bekamen eine Kamera und mussten das Schulgelände, die Direktion, einzelne Klassen filmen und einige Schüler interviewen. Wir kamen gerade

in die Geschichtsklasse in der beinahe alle Schüler ziemlich gelangweilt den trockenen Erzählungen der älteren Lehrerin folgten. In dieser Klasse saß auch Ben der beim Fenster hinausstarrte und überhaupt gar nichts mitbekam. Ich glaube, neben ihm hätte sich einer erschießen können, er hätte es nicht bemerkt.

Wir erklärten der Lehrerin kurz was wir hier machten und baten sie, vier Schüler auszuwählen, die ein Interview geben sollten. Ich betete so sehr, dass sie nicht Ben wählen würde! „Na gut, ich gebe euch Silke, Jasmin, Nick und Ben!“

Nein, ich dachte ich kratz ihr die Augen aus! Warum werden meine Gebete nie erhört? Was habe ich böses getan, dass mir das angetan wird? Aber jetzt bringt das ganze Fragen nichts mehr, ich kann es nicht ändern. Also gingen wir mit den Vieren auf den Schulhof, platzierten sie richtig und stellten ihnen einige Fragen über das amerikanische Schulsystem und die teilweise sehr strengen Schulregeln an diese High School. Silke, Jasmin und Nick hatten die Fragen alle einzeln kurz beantwortet und gingen dann zurück zum Geschichtsunterricht. Tja, jetzt waren nur mehr Ben, Laura und ich da. Bei den ersten drei war Laura Kamerafrau und ich führte die Befragung durch, aber bei Ben konnte und wollte ich nicht. Also übernahm ich die Kamera und Laura redete mit ihm. Ben hatte sichtlich gar keinen Bock auf das ganze, aber wir haben ihn nicht ausgewählt, und das sagte ich ihm auch:

„Hör mal zu, kannst du bitte wenigstens so tun als wärst du gut drauf? Wir haben uns auch nicht ausgesucht das Interview mit dir zu machen, aber wir strengen uns an! Was hast du eigentlich plötzlich für ein Problem? Gestern war doch alles noch so schön und heute zickst du rum wie sonst wer!? Red dich halt mal aus und lass mich nicht einfach so stehen! Ich will wissen woran ich bei dir bin!“

„Was machst du jetzt für einen Stress? Wir haben uns doch gestern nur bei diesem scheiß Spiel geküsst, weil du die Flasche gedreht hast. Sonst wäre das ja nie passiert! Was erwartest du jetzt? Glaubst du wir wären etwa zusammen?“

Wie er das gesagt hatte, wurde mir innerhalb einer Nanosekunde klar, wie sehr ich mich in Ben getäuscht habe. Ich dachte, er wäre anders, nicht so ein harter Typ, der sich nichts anmerken lässt, wenn ihn etwas bedrückt, und jemand, der hoffnungslos romantisch ist. Und das lies ich ihn auch spüren: Ich sah Ben in die Augen, er sah mich mit einem eiskalten Blick an und schon hatte er meine Hand im Gesicht zu spüren bekommen! Laura stand nur mehr der Mund offen, Ben hielt sich die Wange und ich rannte weg. Ich wusste nicht wohin ich rannte, ich wollte einfach nur noch weg. Ich rannte aus der Schule, die Straße entlang, Richtung Stadtpark, durch den Park zum Meer und setzte mich auf eine Klippe. Total verheult starrte ich in auf den Horizont, beobachtete die Möwen und fragte mich: „Warum?“ Plötzlich klingelte mein Handy. Als ich aufs Display schaute, sah ich Bens Nummer. Was wollte er denn jetzt noch? Noch einen auf seine verletzenden Worte draufsetzen? Darauf hatte ich echt keinen Bock, deshalb drückte ich ihn weg. Keine fünf Minuten klingelte es wieder. Ich dachte, es wäre schon wieder Ben, aber es war Laura. Eigentlich hatte ich keinen Bock mit irgendjemanden zu reden, aber ich hob trotzdem ab. „Wo bist du denn?“, fragte sie völlig außer Atem, „ich suche dich schon überall!“ „Keine Sorge, ich bin am Strand aber ich will allein sein, ich muss nachdenken.“ „Na gut ich lass dir Zeit, aber mach keine Blödsinn!“ Was die schon wieder denkt! Ich wischte mir die Tränen aus den Augen, was ich mir auch hätte sparen können, weil sofort neue nachschossen. Nach einer dreiviertel Stunde hörte ich plötzlich eine Stimme meine Namen rufen.

 

Ich sah mich um und sah Pat, der mir zuwinkte. Ich glaube er sah, dass es mir nicht gut ging, kam die Klippen hochgeklettert und fragte was los sei. Ich erzählte ihm was passiert ist und seine erste Reaktion war: „Ben ist so ein Vollidiot! Aber irgendwas stimmt nicht mit ihm, normalerweise zeigt er seine Gefühle immer und sagt dem Mädchen auch, wenn er nichts von ich will. Aber gewiss nicht so wie er es bei dir

getan hat. Das hat irgendwelche tieferen Gründe. Soll ich mal mit ihm reden?“

„Sollten wir das nicht lieber unter uns ausmachen?“ „Ja das schon, ich dachte nur, er braucht jemanden, der ihm mal ins Gewissen redet!“ „Ja kann ja mal nicht schaden! Danke für deine Hilfe! Ich bin froh dich zu haben.“ „Kein Problem, dazu hat man ja Freunde! Geht’s dir jetzt etwas besser?“ „Ja ein bisschen. Ich glaube ich sollte wieder zurück zur High School sonst gibt’s Ärger mit meinem Lehrer.“ „Wenn du willst kann ich dich auch fahren.“ „Ja gerne! Warum bist du eigentlich nicht in der Schule?“ „Hatte keinen Bock! Deshalb muss ich doch auch etwas vor der Schule absetzen, nicht das mich irgendwer sieht.“

Als ich zurück in die Klasse kam, sah mich der Lehrer an, ich blickte zu Laura und sie deutete mir, dass sie ihm nichts gesagt hätte, wo ich wäre. „Ich hatte mich nicht so besonders gefühlt, da bin ich zur Apotheke, und hab mir Tabletten geholt und auf dem Rückweg hatte ich dann solche Bauchschmerzen, dass ich nicht mehr stehen konnte, also habe ich mich auf eine Bank gesetzt bis es vorbei war. Tut mir Leid das ich nicht bescheid gesagt habe, aber ich dachte ich würde nur fünf Minuten brauchen. Ich werde es nie wieder tun.“ „Du brauchst dich doch nicht so entschuldigen, wir sind hier ja nicht so streng. Aber sag das nächste mal einfach wenn was ist ok?!“ „Ja werde ich und danke.“ Zum Glück hatte ich so eine blühende Phantasie was Ausreden erfinden anbelangt und der Lehrer hat nichts gemerkt.

Laura und ich mussten dann noch unser Video vorstellen und alle waren damit zufrieden, bis darauf, dass das letzte Interview nicht besonders war, weil wir es abgebrochen hatten. Aber es wurde zum Besten gewählt und wir bekamen als kleine Belohnung zwei Lollies. Den Rest des Unterrichts diskutierten wir wieder mal über irgendwelchen Blödsinn um die Zeit tot zu schlagen.

Als es um zwölf endlich vorbei war, wollten wir nichts als raus aus der High School. Als wir über den Parkplatz gingen, gab uns ein Auto Lichtzeichen. In dem Auto saß Pat, der uns abholte. Damit hatten wir gar nicht gerechnet.

„Hi ihr zwei, habt ihr Lust etwas mit mir zu unternehmen,  mir ist irgendwie so langweilig!“ „Ja gerne, aber was könne wir den machen? Ich hätte mal Lust auf etwas Action!“ „Wollt ihr lieber was mit Wasser oder habt ihr mehr Bock auf Achterbahnen mit Loopings?“ Laura und ich einstimmig: „Achterbahnen!!!!“ „Also gut, dann nichts wie ab ins Disney Land!“ Als wir gerade auf dem Highway entlang fuhren, und uns die Sonne in die Gesichter strahlte, war ich irgendwie total happy. Noch dazu kam gerade ein cooler Song im Radio, der noch dazu von einem österreichischem Sänger ist. „Rose without a Thorn“ von „Marque“. Am liebsten wäre ich aufs Dach geklettert und hätte los gesungen. Patrick und Laura merkten, wie glücklich ich war und waren froh, dass ich wenigstens für kurze Zeit mal nicht an Ben dachte. Endlich fühlte ich mich wieder mal frei und unbelastet. Es war ein wundervolles Gefühl.

Wie auch immer hatten wir viel Spaß im Disney Land mit Achterbahn fahren, Zuckerwatte essen, und mit Mickey, Minnie, Daisy und Co rum albern.

Gegen Abend machten wir uns auf den nachhause Weg. Wir hatten die Zeit total übersehen.

Zuhause war wie meistens niemand. Auf dem Kühlschrank klebte ein Zettel von Jane und Mike, dass sie auf einer Venesage sind und nicht vor Mitternacht heim kommen würden. Und Ben ist unterwegs, sie wüssten aber nicht wo.

Das hieß sturmfreie Bude für uns. Wir setzten uns aber nur mit einer Tüte Chips und Cola vor denn TV, zappten durchs Programm fanden aber nichts interessantes.

„Weißt du was?“, fragte Laura. „Was soll ich wissen?“ „Wir gehen jetzt in Bens Zimmer und suchen uns eine DVD, der hat bestimmt genug.“ „Glaubst du das können wir so einfach machen?“ „Natürlich! Sie haben doch immer gesagt, wir sollen uns wie zuhause fühlen! Also werden wir uns wohl eine DVD ausleihen können!“

Ich hatte kein Gegenargument das sie noch davon abhalten hätte können, also stöberten wir mal in Bens Sammlung. Ziemlich viele Romantikschnulzen, fiel uns beiden auf. Titanic, Weil es dich gibt, Pearl Harbor, und so weiter. Der erste „normale“ Film war 2Fast2Furious, den wir uns auch sofort schnappten und in den Player schoben. Gegen Ende des Films ging plötzlich die Türe auf und Ben kam regelrecht reingetorkelt. Er konnte zwar noch gehen, aber man sah, dass er recht angetrunken war.

Ich wusste genau, dass er auf keiner Party war, sondern er hatte sich irgendwo alleine angesoffen. Das spürte ich. Uns zwei beachtete er gar nicht richtig. Er ging an uns vorbei, in die Küche und holte sich eine Flasche Eristoff aus dem Kühlschrank und verschwand in seinem Zimmer, wo er seine Stereoanlage auf volle Lautstärke gedreht hat.

Ich blickte Laura traurig an und merkte schon, wie mir die Tränen in den Augen stiegen. „Warum tut er das?“, fragte ich sie. „Ich weiß es nicht Süße, tut mir Leid! Geh zu ihm und rede mit ihm. Und lass ihn nicht weg, er soll sich dem ganzen endlich stellen!“ „Vielleicht hast du Recht. Ich kann ohnehin nichts mehr verlieren. Wir sind ja sowieso nur mehr zehn Tage hier dann machen wir die Tour durch Florida. Aber ich will das geklärt haben.“

Ich klopft an seine Türe, aber keine Antwort. Ich öffnete einfach die Türe und sah Ben wie er auf seinem Bett lag, mit der Flasche in der Hand, so total teilnahmslos, als würde ich gar nicht da sein. Ich spürte richtig, wie in mir die Wut aufstieg.

Ich ging zu Ben´s Bett, riss ihm die Flasche aus der Hand und schrie in regelrecht an: „Scheiße noch mal, red jetzt endlich mit mir! Glaubst du die Probleme lösen sich, indem du dich betrinkst?“

„Ach du hast ja keine Ahnung!!!“ „Ja klar, wie denn auch? Du sagst ja nichts!“ „Kannst du mich nicht einfach in Ruhe lassen?!“ „Nein kann ich nicht! Ich will das jetzt und hier mit dir klären! Also, warum bist du seit heute früh so abweisend zu mir?“ „Das ist alles nicht so einfach. Seit du bei uns aufgetaucht bist, hat sich mein Leben total verändert. Ich weiß nicht mehr wer ich bin, und was ich tue, alles gerät außer Kontrolle! Ich bin ja nicht zum ersten mal verliebt, aber so was wie für dich hab ich bei all den anderen Girls nie gefühlt. Ich habe Angst mich so sehr in dich zu verlieben, dass ich, wenn du demnächst wieder zurück nach Österreich fliegst, so sehr darunter leide, dass ich es nicht aushalte. Deshalb dachte ich, es wäre besser, wenn ich gemein zu dir bin, du mich hasst und ich dich auch beginne zu hassen, so das es leichter für uns beide ist.“ Mir fehlten gerade die Worte. Ich wusste nicht, ob ich ihn dafür hassen sollte, dass er so was idiotisches macht, oder lieben, für die Idee. Schließlich hatte er es bloß gut gemeint, und wollte uns beiden sicherlich nur einen Gefallen damit tun. „Weißt du, ich kann deine Handlung gut nachvollziehen, ich wollte Anfangs ja auch nicht das ich mich in dich verliebe, aber das war so schwer, ich konnte den Gefühlen nicht standhalten. Ich denke, wir sollten uns unsere Gefühle eingestehen, und schauen, was die nächsten Tage passiert. Vielleicht schaffen wir es ja, Freunde zu bleiben?!“ „Ja, Freunde, wäre schön.“

„Lass uns das besser morgen klären, ich bin zu müde und du zu betrunken um das jetzt ganz aus zu diskutieren. Aber es war auf alle Fälle ein guter Anfang. Schlaf gut Ben!“ „Du auch und danke für alles.“

Als ich in unser Zimmer kam, schlief Laura schon und ich schlief auch sofort ein. Es war ein anstrengender Tag. Nachts wachte ich öfters auf und konnte nicht mehr einschlafen. Bis ich um sechs Uhr genug hatte und aufstand, es brachte sich jetzt ohnehin nicht mehr viel, weiter zu schlafen.

In der Küche traf ich auf Jane und Mike, die gerade frühstückten.

„Hast du dich gut eingelebt hier?“, fragte mich Jane.

„Ja, ich habe schon viele neue Bekanntschaften gemacht . Mir gefällt es hier jeden

Tag noch besser!“, redete ich es schön. Sie mussten ja nicht wissen, dass ich Probleme mit ihrem Sohn hatte.

„Das freut uns. Ich hoffe du nimmst es uns nicht übel, dass wir uns so wenig um dich kümmern, aber im Moment ist es so Stressig in unseren Jobs. Aber ich glaube Ben kümmert sich gut um euch oder?“ „Ja, er ist wirklich nett! Er führt uns zur Schule, zeigt uns die Stadt und unternimmt auch mit uns mal was. Es wird nie langweilig mit ihm.“ „Das klingt ja klasse!“, freuten sie sich beide. Nach einem Blick auf die Uhr verabschiedeten sie sich schon wieder, weil sie in die Arbeit mussten.

Ich machte mir dann einen Kakao und Corn Flakes und setzte mich mit der Zeitung in den Wintergarten. Wir hatten jetzt vielleicht freiviertel sieben und die Sonne brennte schon runter wie die Hölle. Die Stille im Haus war mir irgendwie unheimlich, also drehte ich den Radio auf und las weiter die Zeitung.

Gerade als ich in einen Artikel über einen fünfzehnjährigen der einen Autounfall hatte vertieft war, sagte plötzlich jemand: „Guten Morgen Anita!“, und schockte mich beinahe zu Tode! Es war klarerweise Ben! „Guten Morgen Ben. Musst du mich so erschrecken? Warum bist du eigentlich so früh auf?“ „Ich konnte nicht mehr schlafen. Und was tust du so früh hier?“ „Ich konnte euch nicht mehr schlafen. Ich wollte mal die Morgensonne etwas genießen. Willst du auch Corn Flakes?“ „Ja wieso nicht?“ Also ging ich schnell in die Küche und holte ihm eine Schüssel voll.

„Hast du Lust heute mit mir und Laura an den Strand zu gehen?“ „Ja gerne! Ich hab heut übrigens auch um zwölf aus! Dann können wir sofort danach gehen. Kann Patrick auch mit?“ „Ja von mir aus gerne.“ „Cool, dann freu ich mich schon auf später.  Sag mal, kennst du dich in Mathe zufällig aus? Ich muss noch die Hausaufgabe machen, und will sie nicht schon wieder abschreiben.“ „Kommt drauf an worum es geht.“ „Um Vektorrechnungen.“ Da hatte Ben ja Glück das ich mich genau da auskannte. In Mathe bin ich normal eine Null, aber Vektoren habe ich ausnahmsweise kapiert. Also half ich ihm bei seiner Hausübung und erklärte es ihm auch gleich. Er schein es sogar zu verstanden zu haben.

Als wir um kurz vor acht fahren wollten, und Laura immer noch nicht auf war, wolle ich sie wecken, aber sie sah ziemlich krank aus. Sie sah leider nicht nur so aus, sie war es auch. Sie hatte sich eine Grippe eingefangen, also riet ich ihr, den heutigen Tag im Bett zu verbringen. Ben und ich fuhren zur High School. Auf dem Weg hatte ich das Verlangen, mich bei Ben für die Ohrfeige von gestern zu entschuldigen, aber er meinte, sie wäre gerechtfertigt gewesen, so wie er sich Verhalten hat.

Ich war froh das heute alles so gut ging. Wir verstanden uns so wie ich mich mit Pat verstand, so wie Freunde eben.

Nach der Schule fuhren wir noch mal schnell nachhause, weil ich mein Schwimmzeug vergessen hatte. Pat meinte, das würde nichts machen, ich könnte auch ohne Bikini ins Wasser gehen. Dafür schupste ich ihn. Leider etwas zu fest, weil er auf seinen Allerwertesten viel, und sich den Kopf am Spinnt anhaute. Das war nicht meine Absicht, ich hatte ihn eigentlich auch gar nicht fest geschupst.

Wie auch immer, er hat mir sofort verziehen, aber Ben lachte Patrick die ganze Zeit aus, weil er sich von einem Girl schlagen lässt. Da tat Pat mir aber so Leid, dass ich Ben am Strand in den Sand schupste, ihn durchkitzelte und mit Sand von oben bis unten einrieb. Patrick konnte gar nicht mehr aufhören zu lachen. Aber das Bild war einfach zu komisch, wie Ben dalag, voller Sand!

Pat und Ben steckten daraufhin ihre Köpfe zusammen, sahen abwechselnd sich und dann mich an, und plötzlich stürzten sie sich auf mich. Ich rannte so schnell ich konnte weg, ins Meer, wo alles in einer Wasserschlacht endete. Ich flehte um Gnade, aber scheinbar wollten sie es nicht hören. Also stellte ich mich bewusstlos, nachdem sie mich untergetaucht hatten. Als ich nach einer Minute immer noch nicht

aufgetaucht war, wurden sie langsam panisch. Ich saß unten am Meeresboden und hätte mich zerbröseln können. Patrick tauchte nach mir, zog mich an die Wasseroberfläche und beide schauten mir ins Gesicht. Jetzt würden sie ihre Strafe bekommen, dachte ich mir, riss die Augen auf und spuckte sie mit dem Salzwasser voll. Ich musste mir vor lachen den Bauch halten, es war einfach nur genial, wie sie aufschreiten und mich böse anschauten.

Ich rannte schnell an den Strand aber sie wollten nicht von mir ablassen, sie wollten einfach keine Ruhe geben. „Gnade, Gnade bitte, was muss ich tun damit ihr mich in Ruhe lasst?! Außerdem ist es unfair, zwei Jungs gegen ein Mädchen!!!“

„Was meinst du Ben, was soll sie für uns tun?“ „Gute Frage. Du musst heute Abend für uns strippen!“

„Sag mal, hast du noch alle Tassen im Schrank?“, motzte ich ihn an. „Hey beruhig dich, das war ein Joke! Na gut ich weiß was! Du musst  heute Abend in der Fußgängerzone mit einer Gitarre singen und Geld verdienen. Davon gehen wir dann Burger King oder sonst was. Was haltest du davon Pat?“ „Ja gute Idee, dann bekommen wir gratis Essen!“ Ich fragte mich, wie man auf so eine Idee kommen konnte, aber meinetwegen, ist ja witzig.

„Also gut, einverstanden, dafür lasst ihr mich jetzt aber in Ruhe!“ „Ja gut, wenn’s sein muss.“  Wir drei legten uns auf unsere Handtücher in die Sonne, sangen irgendwelchen Blödsinn, erzählten uns Witze und dichteten totalen Quatsch zusammen. Aber witzig war es allemal.

Irgendwann muss ich dann wohl eingeschlafen sein, denn ich wurde äußerst unsanft geweckt. Ich war plötzlich von oben bis unten nass! Ich riss vor Schreck meine Augen auf und sah Patrick wie er mit einem Kübel vor mir stand. „Sag mal, was hast du denn für Probleme du kleines pubertierendes Pickelgesicht?!“, schrie ich ihn an. Denn eines muss man wissen. Man sollte mich nie, wirklich niemals so unsanft aufwecken, da werde ich zur Mörderin! Patrick wusste gar nicht mehr wie ihm geschah. Ich stand auf, schubste ihn weg und ging ins Wasser, um mich abzureagieren. Im Prinzip bin ich ja für jeden Spaß zu haben, aber bei so etwas flipp ich total aus. „Was war denn los?“, fragte Ben, der wohl gerade etwas zu trinken holen war. „Das frage ich mich irgendwie auch. Ich hab sie nur nass gemacht und die Zicke tickt total aus!“ „Hey, nenn Anita nie wieder eine Zicke ist das klar?“ „Ja sorry, ist mir nur so rausgerutscht, aber was muss sie denn so ausflippen, nur weil sie mal ein bisschen nass wird?“ „Vielleicht hast du sie so erschreckt! Ich denke du solltest das mit ihr klären.“ „Ja mach ich.“, antwortete er Ben und sah fragend auf den Boden. „Jetzt gleich!!!“, drängelte ihn Ben.  Patrick sah ihn an, ging ins Wasser und schwamm zu mir. Ich war in eine etwas abgelegene Bucht geschwommen und dachte nach. Über mich, über Ben, die Situation und wie bis jetzt alles gelaufen ist.

„Da bist du ja, ich habe dich schon gesucht!“, rief Patrick. „Kann man nicht mal fünf Minute Ruhe vor dem haben?“, dachte ich mir. „Was willst du denn?“ „Ich will mich entschuldigen. Ich wusste nicht das das so schlimm für dich ist! Ich dachte du findest es witzig.“ „Es ist ja nicht so, dass ich keinen Spaß verstehe, nur wenn ich schlafe, will ich meine Ruhe. Tut mir auch Leid, dass ich dich so angemacht habe, und dich noch geschubst habe. Ich sollte mir das wirklich abgewöhnen oder?“ „Ja ich glaube da hätte ich nichts dagegen. Ich will meinen Kopf noch eine Weile behalten.“

Zum Glück war jetzt alles wieder zwischen uns geklärt und alle Probleme aus der Welt geschafft. Aber auf einmal nahm mich Patrick in die Arme und warf mich von dem kleinen Felsvorsprung ins Wasser und er sprang hinterher. Daraus schloss sich eine kleine Wasserschlacht, aber nur eine winzigkleine, denn als wir uns gegenüber standen und uns in die Augen sahen, wurden wir ganz ruhig, atmeten beide flach und kamen uns immer noch näher. Bis sich unsere Lippen schlussendlich berührten und wir uns leidenschaftlich küssten. Aber wie vom Blitz getroffen stieß ich ihn von

mir weg und sah ihn fragend an. „E-e-es t-tut mir Leid, ich weiß nicht was gerade mit mir los war.“ Ich konnte irgendwie gar nicht drauf antworten, sondern haute einfach nur so schnell es ging ab, Richtung Strand, packte meine Sachen und verabschied mich von Ben mit der Ausrede, ich hätte noch ein Treffen mit meiner Gruppe, den ich total vergessen hatte. Er konnte darauf gar nicht richtig reagieren, nur dumm aus der Wäsche gucken, denn ehe er antworten konnte, war ich schon weg.

Den ganzen Heimweg über plagte mich nur ein einziger Gedanke: Was hab ich da gerade getan?! Ich überlegte weder wo ich hinrannte, noch ob ich bei rot über die Ampel ging, einfach nur weit weg.

Irgendwie bin ich aber dann doch zuhause angekommen, und ging mich erst mal eiskalt duschen. Als ich aus dem Badezimmer kam, saß Laura auf meinem Bett und wollte eine Erklärung, was los sei. Ich ging mit ihr in den Wintergarten, setzte mich auf einen Liegestuhl und begann von ganz vorne. „Mann, Anita, mit Jungs kannst du es wirklich nicht oder?“ „Komm mach mal halblang! Ich hab es bestimmt nicht mit Absicht getan, aber als wir uns da vorhin so gegenüber standen, da machte mein Gehirn eben mal kurz Pause. Aber zwischen Ben und mir ist ja sowieso nichts mehr außer Freundschaft und das mit Pat war „nur“ ein Kuss. Nichts schlimmes. Niemand muss davon erfahren.“ „Du musst wissen was du tust.“ Eben, ich muss es wissen. Ich wollte jetzt nicht mehr darüber reden, also zeigte ich Laura was wir heute in der Schule gemacht haben und was wir als Aufgabe hatten. Ihr ging es soweit wieder ganz gut und konnte am nächsten Tag wieder in die Schule gehen. Als wir fertig waren, setzten wir uns vor den Fernseher und sahen uns die Simpsons an. Kurz darauf hörten wir, wie jemand die Türe öffnete und herein kam Ben. „Ist das Treffen schon vorbei?“ „Ach das, ja ja, die hatten uns nur ein paar Infos wegen der Tour gegeben, und dass musste sie heute machen, weil sie die Unterrichtszeit dafür zu schade finden.“ „Verstehe. Du, können wir zwei mal unter vier Augen reden?“

 

Ich dachte mir schon, dass ihm Patrick alles erzählt hatte, aber es ging um was ganz anderes, was aber auch nicht wirklich sehr erfreulich war: „Ich hoffe du bist mir nicht böse, aber ich konnte es dir nicht früher sagen, weil ich immer auf den richtigen Zeitpunkt gewartet und nie gefunden habe. Also, ich fahre übermorgen für eine Woche mit meinem Biologie Kurs in die Everglades.“ „Was? Warum muss das jetzt sein? Du weißt doch genau, dass ich nur noch eine Woche da bin?!“ „Ja, aber ich konnte vor einem halben Jahr nicht wissen, dass ein Gastschüler mir so viel bedeutet. Die Exkursion ist schon lange geplant und ich will auch daran teilnehmen. Aber wir haben dann noch den ganzen Samstag gemeinsam.“ „Ja schön. Dann wünsch ich dir viel Spaß in den Everglades! Ich muss jetzt meine Hausaufgaben machen, damit ich mich noch für die Fußgängerzone fertig machen kann.“ „Ach ja, das ist abgesagt, weil Patrick hatte plötzlich irgendeinen Termin, den er nicht mehr verschieben konnte. Also brauchst du nicht zu singen.“ „Soll mir auch Recht sein, aber ich werde trotzdem was für die Schule machen, weil wir haben nächste Woche das Schlussexamen, wo wir dann so ein Zertifikat bekommen. Da muss ich noch etwas lernen.“ „Ich kann dir helfen wen du willst.“ „Nein danke ist lieb, aber ich denke es ist besser ich mach das ohne dich sonst kann ich mich nicht richtig konzentrieren.“ Mit diesen Worten ging ich in mein Zimmer und ließ Ben einfach stehen. In meinem Zimmer aber machte ich alles andere als lernen. Ich packte meinen Laptop aus und checkte meine E-Mails, antwortete auf ein paar und surfte sinnlos durchs Netz. Plötzlich klingelte mein Handy. Es war Patrick, der mich anrief, aber ich drückte ihn einfach weg. „War das Pat?“, fragte mich Laura. „Ja.“ „Vielleicht solltest du doch mit ihm reden?“ „Mhm“ Ich wusste nicht was ich sagen sollte. Einerseits hatte sie Recht, aber andererseits brauch ich Abstand, von allem und jedem. Als er zum fünften mal anrief hat es mich so genervt das ich

wiederwillig dran ging: „Was willst du denn?“ „Ich muss mit dir reden!“ „Muss das sein?“ „Ja verdammt, sonst würde ich dich nicht anrufen!“ „Meinetwegen, sagen wir um acht am Bootssteg.“ „Gut ich werde da sein.“

Bis dahin waren es noch zwei Stunden, in denen ich mich etwas ins Bett legte und vor mich hin döste. Um kurz vor acht aber weckte mich plötzlich Laura, weil ich wieder mal eingeschlafen bin. Schnell zog ich mir irgendwas frisches an, machte mir die Haare und rannte zur Tür. Aber ehe ich draußen war, fragte mich Ben, wohin ich wolle. „Das kann dir ja egal sein, du bist nicht mein Aufpasser!“, motzte ich ihn an und ging einfach.

Total außer Atem kam ich am Bootssteg an, wo Patrick schon saß und die Füße ins Wasser baumeln ließ. Ich setzte mich zu ihm und bat ihn, es kurz zu machen.

„Ich glaube kaum, dass man unser Problem kurz lösen kann.“ „Welches Problem bitte? Wir haben uns vorhin geküsst na und?“ „Na und? Du bist mit Ben zusammen, und ich bin sein bester Freund.“ „Ich bin nicht mit Ben zusammen!“ „Ist ja scheißegal ob du nun mit ihm zusammenbist oder nicht, aber auf alle Fälle ist er in dich verliebt, und ich darf dich deshalb nicht küssen. So was machen Freunde nicht.“ „Er muss es ja nicht erfahren!“ „Wie bist du denn drauf? Ich dachte du bist ein Girl das immer auf die Wahrheit besteht und nicht so eine Tussi, die mit jedem was hat.“ „Also hör mal bitte! Vögle ich etwa jeden hier? Wir haben uns nur geküsst, das war ein Fehler von uns beiden, dass wissen wir aber wir können es nicht rückgängig machen. Und warum sollten wir Ben noch unglücklicher machen, als er ohnehin schon ist?“ „Weil er mein Freund ist, und er würde es mir auch erzählen, wenn ihm so etwas passieren würde. Auch wenn es für eine Weile Zoff zwischen uns geben wird, aber da muss man durch. Man muss zu seinen Fehler stehen.“ „Von mir aus erzähl es ihm, wenn du es nicht lassen kannst. Kann ich dann wieder gehen?“ „Warum bist du denn jetzt so unnötig? Was habe ich dir denn getan?“ „Frag nicht so blöd. Seit ich hier bin, geht so ziemlich alles schief. Ich wollte mich doch hier nicht verlieben und keine Probleme, sondern Spaß haben, die Sonne genießen und etwas Englisch lernen, mehr nicht.“ „So etwas kann man sich eben davor nicht aussuchen.“ „Wem sagst du das. Also machs gut und gute Nacht.“ „Ja gute Nacht.“

Als ich zuhause die Türe aufsperrte, hörte ich, wie Ben wieder auf dem Schlagzeug trommelte. Sofort war mir klar, dass es ihm beschissen ging, da konnte ich ihm nicht auch noch das mit Pat erzählen. Oder war es genau jetzt richtig, dass er alles gleich hinter sich hat? Ich wusste nicht was ich tun sollte, und mit Laura konnte ich auch nicht reden, denn sie schlief schon. Ich holte mir gerade ein Red Bull aus dem Kühlschrank, als Jane heim kam. „Hi Jane, na wie gehts?“ „Ganz gut ich bin nur etwas erledigt von der Arbeit. Mike kommt auch gleich. Und bei dir auch alles in Ordnung?“ „Ja mehr oder weniger.“ „Klingt nicht gerade gut.“ „Jane, kann ich dich mal etwas fragen?“ „Natürlich, schieß los.“ „Also, wenn ein Mädchen in einen Jungen verliebt ist, und er auch in das Girl, sie aber beide wissen, dass diese Beziehung keine Chance hätte, und beschließen Freunde zu bleiben, obwohl sie sich lieben und das Mädchen dann einen anderen Boy, womöglich noch den besten Freund des Jungen küsst, sollte das Mädchen es diesem Jungen dann beichten, oder soll sie so tun, als wäre nichts passiert?“ „Das ist eine gute Frage, aber ich würde sagen, das Mädchen sollte es beichten. Irgendwann kommt der Junge auch von alleine drauf, da wäre es doch besser, wenn er es von der Freundin erfährt, auch wenn sie kein paar sind.“ „Gut danke. Ich werde dann ins Bett gehen, ich bin todmüde. Gute Nacht.“ „Gute Nacht!“

Ich hörte wie Jane auch gleich in ihr Schlafzimmer ging und als Mike kam, er hinterher. Und Ben war deutlich zu hören immer noch an den Drums.

Ich nahm meinen ganzen Mut zusammen, ging zu ihm und sagte: „Ich muss mit dir reden Ben!“ „Vorhin wolltest du nicht, jetzt will ich nicht.“ „Das ist mir gerade scheißegal ob du willst oder nicht. Dann hörst du eben weg, aber ich sag es dir trotzdem. Der Grund, dass ich heute Nachmittag so schnell weg war ist folgender: Ich war ja mit Patrick im Wasser, und wir hatten uns ausgesprochen, weeil er mich ja davor so unsanft geweckt hat und ich ausgezuckt bin. Und als wir uns wieder vertragen haben, hat er mich ins Wasser geschmissen und wir hatten eine Wasserschlacht und plötzlich hatten wir uns geküsst!“ „Du hast WAS?!?!?!“ „Du hast schon richtig gehört!“ „Verschwinde! Raus hier! Ich will alleine sein!“ „Aber Ben, i...“ Er ließ es mich gar nicht mehr erklären sondern warf mich einfach raus. Ich konnte es ihm nicht mal übel nehmen, ich hätte es ihm gleich getan. Ich setzte mich heulend vor die Türe des Probenraums und wollte warten, bis er raus kommt, aber scheinbar hatte er das nicht allzu bald im Sinn.

Ich ging in mein Zimmer, schmiss mich aufs Bett und heulte mich in den Schlaf. 

Am nächsten Morgen war ich immer noch total zerstört, stand aber trotzdem auf und machte mir einen starken Kaffee. Als ich in den Probenraum schaute, war er leer, und auch Bens Zimmer war leer. Scheinbar mussten wir heute zu Fuß in die Schule, was sicherlich besser für alle war. Ich weckte Laura, packten unsere Sachen und gingen in die Schule. Als ich nach meinem Unterricht Ben und Pat suchte, sie aber nirgends fand, kam Michael gerade recht. Ich fragte ihn, ob er wüsste wo sie sind, aber auch er hatte keine Ahnung. Mir schwante schon böses. Ich erzählte Laura meine Vermutung und wir beide machten uns sofort auf zu Pats Haus. Wie wir erwartet hatten, sahen wir Bens Auto davor stehen. So schnell wie möglich rannten wir ins Haus und folgten dem Geschreie: „Du Arsch, wieso küsst du meine Freundin? Was fällt dir ein?! Warum?! Glaubst du wir haben ohne dich nicht schon genug Probleme?“ „Das wollte ich ja gar nicht! Wir hatten es doch nicht mit Absicht getan. Glaube mir, wenn ich könnte, würde ich es liebe heute als morgen rückgängig machen! Wir sind doch Freunde!“ „Freunde?! Du weißt doch nicht mal wie man das buchstabiert! Ich dachte du wärst mein bester Kumpel und würdest so etwas nie tun, aber da habe ich mich wohl getäuscht! Verdammt ich liebe Anita, wieso kannst du deine Drecksfinger nicht von ihr lassen?“ „Das war doch nur ein Kuss, es ist doch nichts passiert!“ Das hätte er wohl besser nicht gesagt, denn ehe er noch einmal Luft holen konnte, hatte er Bens linke Faust im Gesicht. „BEEEEN!!!!“, schrie ich, rannte zu den beiden hin und wusste nicht ob ich jetzt Ben anschreien, oder Pat helfen sollte. Aber Laura versorgte Patrick schon, also nahm ich mir Ben vor: „Hey du Vollidiot, was soll das? Glaubst du das ändert noch irgendwas? Er weiß auch so, dass er mega Scheiße gebaut hat, da brauchst du ihn nicht auch noch verprügeln! Außerdem bin ich daran genauso Schuld wie er. Schlägst du mich jetzt auch?“

Man konnte eindeutig sehen, wie Ben die Tränen in den Augen standen. Er sah auf den Boden und rannte dann aus dem Haus. Ich wollte ihm hinterher, aber ich sah nur wie er aufs Gas stieg. Ich ging zu Patrick und es war schon zu sehen, dass er am rechten Auge ein nettes Veilchen bekommen würde.

„Ben ist so ein Idiot! Wie kann er nur seinen besten Freund verprügeln?“, verurteilte Laura Ben. „Wie kann sein bester Freund nur seine Freundin küssen?“, verteidigte Patrick ihn. „Ach hört auf ich kann ihn einerseits schon verstehen. Liebe macht blind. Er hat eben die Kontrolle über sich verloren. Aber es hätte natürlich nicht sein müssen, dass er gleich gewalttätig wird. Ich werde ihn suchen gehen, wir müssen miteinander reden. Geht das für dich in Ordnung Pat?“ „Ja klar. Ich hoffe du findest ihn. Sag mir dann bescheid ok?!“ „Ja mach ich bis später.“

Ich suchte irgendwie alle möglichen Plätze ab, an denen Ben sein hätte können. Ich war auch zuhause aber da war er auch nicht. Jetzt gab es nur noch eine letzte Möglichkeit wo er stecken könnte: Am Strand. Ich ging den ganzen Strand ab, bis ich

zu den Felsen kam, bei der Bucht, wo Patrick und ich...

Und da saß er, den Kopf in seine Hände gestützt, zusammengekauert auf den Felsen, und sah so aus als würde er sich die Augen aus dem Kopf heulen.

Ich ging zu ihm hin und legte meine Hand auf seine Schulter. Er blickte auf, sah mich an und schrie: „Lass mich! Verpiss dich!“ „Aber Ben...“ „Nichts aber Ben! Du hast alles kaputt gemacht!“ „Was habe ich? Ich wollte diesen scheiß verdammten Kuss doch nicht!“ „Seit du da bist, war ich nicht mehr ich selbst, das habe ich dir schon erzählt! Ich liebe dich, und du küsst meinen besten Freund! Jetzt habe ich die zwei wichtigsten Menschen in meinem Leben verloren! Ich kann euch doch nie wieder vertrauen!“ „Das verstehe ich doch auch, aber du musst doch sehen, dass mir dieser Kuss gar nichts bedeutet hat! Aber weißt du was? Vielleicht ist das ja besser so!“ „Was meinst du?“ „Du hast doch selbst gesagt es wäre besser, wenn wir uns hassen, dann fällt uns der Abschied leichter.“ „Das meinst du jetzt nicht ernst oder?“ „Doch. Es hat keine Sinn mit uns. Wären wir zusammen, ginge es nicht gut, aber ohne mich willst du auch nicht sein? Entscheide dich endlich!“

Er sah mich mit seinen verheulten Augen an, so, dass ich ihm am liebsten um den Hals gefallen wäre, aber stattdessen drehte ich mich um und ging. Ich lies ihn einfach sitzen, jetzt war er an der Reihe. Ich hatte keinen Bock mehr darauf, immer alles zu regeln. Ich weiß ich hatte einen Fehler gemacht, aber Ben muss auch wissen was er will. Ich ging zurück zu Patricks Haus, wo Laura ihn immer noch liebevoll pflegte. Als ich ins Wohnzimmer kam, hatte er ein Steak am Auge, das sah wirklich witzig aus.

„Und hast du ihn gefunden?“ „Ja“ „Ja? Und?“ „Nichts und.“ „Lass dir halt nicht alles aus der Nase ziehen! Hast du mit ihm geredet? Was hat er gesagt?“ „Nicht viel. Ich habe ihm nur zu verstehen gegeben, dass er sich entscheiden soll, was er will.“, ich machte eine kurze Pause, „Ich habe einfach mehr keine Bock auf diese ganze Scheiße! Was bringt sich das alles denn noch? Ich flieg ohnehin bald wieder heim, dann sehe ich ihn lange Zeit nicht und darunter leide ich dann auch. Also ist es wohl klüger, gleich alles zu beenden, was nie hätte sein sollen.“ „Weißt du was? Ich glaube ihr braucht einfach Abstand! Da kommt es doch gerade richtig, dass er diese Exkursion macht oder?“ „Ja schon. Es wird sich bestimmt noch alles ergeben. Aber es tut mir so Leid, dass eure Freundschaft auch darunter leidet. Es wäre ja nur eine Sache zwischen Ben und mir, ich wollte dich da bestimmt nicht mit reinziehen.“ „Ach das ist schon in Ordnung. Zum küssen gehören meistens zwei, und hätte ich dich nicht ins Wasser geschmissen, hätte es keine Wasserschlacht gegeben und wir wären uns auch nicht so nahe gekommen. Aber ist jetzt sowieso schon egal wer Schul ist, wir können es nicht mehr ändern. Du solltest jetzt lieber nachhause gehen und ich hinlegen, das ist sicher das Beste für dich.“ „Ja wahrscheinlich hast du recht. Machs gut und wenn du was brauchst du kannst mich jederzeit anrufen.“ „Ja  mache ich und jetzt haut ab ihr zwei.“

Laura und ich gingen wortlos nebeneinander nachhause, weil niemand wusste, was er sagen sollte. Zuhause war niemand, wir zwei legten uns auf die Liegestühle und ich schlief nach ein paar Minuten ein.

Abends kamen Jane und Mike heim und kochten eine Kleinigkeit, da sie wenig später wieder einen Geschäftstermin hatten. Ich hatte aber keinen Hunger, dafür aß Laura für zwei. Ich setzte mich vor den Fernseher, obwohl ich gar keine Lust darauf hatte. Ich hatte zu gar nichts Lust, mir war alles egal. „Stimmt etwas nicht Anita? Was ist denn los?“, fragte mich Jane besorgt, bevor sie das Haus verließ. „Es ist alles in Ordnung, ich bin nur etwas müde.“ „Dann ist ja gut. Weißt du zufällig wo Ben ist?“ „Nein, das habe ich mich auch schon gefragt. Nachmittags war er am Strand aber danach habe ich ihn nicht mehr gesehen.“ „Naja er wird schon noch auftauchen. Wie auch immer wir gehen jetzt. Es wird bestimmt wieder spät, also wünsch ich euch

beiden eine gute Nacht.“

Nachdem Laura mit dem Essen fertig war, verräumte sie das Geschirr in die Spülmaschine und setzte sich zu mir. „Hast du die Hausaufgaben schon gemacht?“ „Nein, wann denn?“ „Keine Ahnung. Hast du Lust irgendwas zu machen?“ „Nein, lass mich bitte einfach nur in Ruhe, ich will alleine sein.“ .ich stand von der Couch auf und setzte mich wieder auf meinen Liegestuhl.  Ich lag einfach nur da und schaute in den Himmel. Laura schaute sich noch die Nachrichten an und verschwand dann im Zimmer. Ich lag um halb elf immer noch gleich da, bis ich die Türe aufgehen hörte. Mein Bauchgefühl sagte mir, das es Ben wäre, deshalb stellte ich mich schlafend, falls er beabsichtigte jetzt mit mir zu reden. Genau wie ich mir gedacht habe, kam er in den Wintergarten und schaute ob ich schon schlief. „Anita schläfst du schon? Mist! Ich habe nachgedacht und ich denke wir brauchen Abstand. Vielleicht sehen wir uns morgen vor meiner Abfahrt noch. Gute Nacht!“

Der redete einfach, obwohl er doch sah, dass ich „schlief“. Bevor er die Türe zum Wintergarten schloss, hörte ich noch wie er flüsterte: „Warum ist das Leben nur so unfair? Wieso klappt es nicht einmal so wie man es will?“

Ich weiß nicht genau warum, aber mir kamen die Tränen. Ich wischte mir über die Augen, ging in mein Zimmer, legte mich ins Bett und zog mir die Decke über den Kopf.

Um sieben Uhr in der Früh weckte mich Laura, dass ich endlich aufstehen solle, wenn ich mich noch von Ben verabschieden wolle. Also kroch ich teils widerwillig aus dem Bett und ging ins Wohnzimmer wo alle versammelt waren. „Guten Morgen“, gähnte ich in die Runde, „wann fährst du denn?“ „In einer halben Stunde geht mein Bus.“, antwortete Ben.

Ich ging inzwischen in die Küche, machte mir Frühstück und setzte mich wieder zu den anderen ins Wohnzimmer. Mike warnte Ben vor den gefährlichen Tieren in den Everglades, das er eben vorsichtig sein sollte, und rasselte die immergleichen Vorträge der besorgten Eltern runter. Ben sah immer wieder zu mir, das konnte ich in meinem Augenwinkel sehen. „Kommst du mal kurz mit Anita, ich muss wegen den Instrumenten noch mit dir reden.“ Zuerst kapierte ich irgendwie gar nichts. Wieso muss er mit mir wegen den Instrumenten reden? Dann kam ich aber drauf, dass er das nur als Vorwant benützte. „Hast du gestern mitbekommen, was ich gesagt habe?“ „Falls du das mit dem Abstand meinst, ja.“ „Was hältst du davon?“ „Was soll ich schon davon halten? Du fährst ja sowieso, also ist meine Meinung irrelevant.“ „Bist du denn immer noch sauer, dass ich fahre?“  „Nein ist schon OK. Ich wünsch dir auf alle Fälle viel Spaß.“, antwortete ich ihm in einem patzigem Ton und ging aus dem Raum. Ben folgte mir baff, verabschiedete sich von uns allen und machte sich auf dem Weg zu seinem Bus. Kaum war er weg kehrte ich wieder in mein „alltägliches Leben“ zurück, verschwand im Badezimmer und duschte.

Als ich wieder raus kam, war es schon dreiviertel acht, und Jane war immer noch zuhause. Verwundert fragte ich sie, was sie noch hier machen würde, weil sie normalerweise Samstags auch arbeiten müsse. Sie meinte, sie müsse erst um neun Uhr anfangen und dann nur bis ein Uhr Mittags. Jane lud mich und Laura ein, das sie uns nach der Arbeit abholt, wir irgendwo in Orlando essen gingen und danach eine Shoppingtour machen.

Ich dachte, es wäre eine gute Ablenkung, deshalb freute ich mich umso mehr darauf.

Wie abgemacht holte uns Jane danach ab, aber wir waren nicht in Orlando essen. Wir fuhren nach Miami, weil Jane unbedingt wollte, dass wir das Restaurant kennen lernen, indem man in Betten ist. Als Laura mal aufs Klo musste, und Jane mit mir alleine war, fragte sie mich etwas ziemlich Persönliches: „Ich weiß eigentlich geht es ich ja überhaupt nichts an, und ich hoffe du bist mir nicht böse wenn ich dich gleich etwas frage?!“ „Keine Sorge, schieß einfach los!“ „Du hast mich ja letztens um Rat wegen eines Mädchen gefragt. Kann es sein, dass dieses Mädchen du bist und einer der Jungs Ben?“ „Woher weißt du das?“ „Ich habe einfach nur eins und eins zusammen gezählt! Hast du es ihm gesagt?“ „Ja.“ „Und wie hat er reagiert?“ „na ja, wie soll er schon reagiert habe? Er war am Boden zerstört und hat die Kontrolle über sich verloren.“ „Er hat dich geschlagen!?!“ „Nein, nicht mich Pa...“, ich verstimmte, weil ich ihr den Namen nicht sagen wollte, aber sie kam doch drauf: „Patrick? Du hast Patrick geküsst?“ „Ja wir wollten es ja nicht, es hat sich nur aus einer Situation ergeben. Es waren maximal fünf Sekunden, aber diese fünf Sekunden haben alles verändert.“ „Glaub mir, ich weiß nur zu gut wovon du redest!“ Im selben Augenblick kam Laura zurück, wir aßen fertig und machten uns dann auf den Weg zum Shoppingcenter.

Abends kamen wir mit unseren Errungenschaften nachhause und mussten uns vor lauter Erschöpfung hinsetzen. Mike war heute schon früh zuhause und kochte für uns alle. Danach setzten wir uns den ganze Abend in den Wintergarten und redeten, bis Laura und ich ins Bett gingen. Am nächsten Tag waren Laura und ich kaum zuhause, weil wir von in der Früh weg, bis Abends am Strand waren.

Die folgende Woche unternahmen wir auch viel. Mit ein paar Leuten aus unserem Kurs, mit Michael und Patrick, und ich dachte kaum an Ben.

Die Woche verging wirklich wie im Flug und ehe ich mich versah war schon Freitag, der Tag an dem Ben zurück kommen würde. Allerdings kam er erst irgendwann spät abends.

Vormittags waren Laura und ich in der Schule und nachmittags gingen wir mit Mike und Pat an den Strand. Laura war die meiste Zeit mit Mike irgendwo anders und ich hing mit Pat rum. Als es um acht langsam kühl wurde, suchten wir nach Michael und Laura und wollten nachhause gehen. Laura beschloss aber, bei Mike zu schlafen, also gingen Pat und ich alleine heim. Als wir uns vor seinem Haus verabschieden wollten, fragte ich ihn, ob er nicht mit mir zuhause zusammen auf Ben warten möchte. Er hatte nichts dagegen, wir gingen zu  mir und fanden einen Zettel am Kühlschrank kleben, dass Jane und Mike zu einem wichtigen Termin mussten. Patrick und ich setzten uns auf die Couch und sahen fern. Scheinbar war das so langweilig, dass wir Arm in Arm eingeschlafen sind und erst wieder durch Ben geweckt wurden, der plötzlich vor uns stand.

„Von wegen nur ein Kuss! Dann habt ihr die Woche ja super genutzt, aber müsst ihr dann vor mir rummachen?“ „Ben, was tust du denn hier?“ „Ich wohne hier falls es euch entgangen ist!“ „Lass mich dir alles erklären, es ist nicht so wie du denkst!“ „Danke, das was ich gesehen habe reicht mir schon! Und du Pat verzieh dich besser, bevor ich die noch ein blaues Auge verpasse!", schrie er und verzog sich in sein Zimmer. 

„Bleib hier Pat, ich klär das mit ihm.“

Ich folgte Ben in sein Zimmer und wollte mit ihm reden, dazu hätte er aber erst die Kopfhörer abnehmen müssen. Als ich nach fünf Minuten immer nicht erwartungsvoll vor ihm stand und ihn anstarrte, nahm er endlich seine Kopfhörer ab und hörte mir zu. „Ich schwör die Ben zwischen Patrick und mir ist rein gar nichts!“ „Das sah aber gerade ganz anders aus!“ „Ich habe Pat angeboten hier mit mir auf dich zu warten, dass ihr euch endlich wieder vertragt, und wir sind dann beide vor dem Fernseher eingeschlafen. Und das er seinen Arm um mich gelegt hat bedeutet gar nichts!“ „Woher soll ich wissen, dass du mich nicht verarschst?“ „Sag mir einen vernünftigen Grund weshalb ich das machen sollte. Wenn ich etwas mit Pat hätte, würde ich es dir

 sagen. Ich habe dir auch das mit dem Kuss gesagt, weil ich dir immer die Wahrheit sage! Ich würde dich nie im Leben belügen, das musst du mir glauben!“ „Gut, dann sage ich dir jetzt auch die Wahrheit.“ Er stand auf und stellte sich vor mich. Ich fragte mich, was jetzt wohl passieren würde. „Ich habe die ganze Woche den ein und den selben Gedanken gehabt. Ich habe nur an dich gedacht! Ich habe dich vermisst, so sehr wie ich noch nie jemanden zuvor vermisst habe. Und eines ist mir besonders klar geworden: Ich liebe dich!“ Ich wollte ihm darauf antworten, aber er legte seinen Finger auf meinen Mund und küsste mich dann voller Leidenschaft. Als wir uns dann nach einer halben Ewigkeit voneinander lösten sagte ich zu ihm: „Ich liebe dich auch. Aber lass und jetzt zu Pat gehen damit ihr euch endlich vertragen könnt.“ Wir gingen Hand in Hand ins Wohnzimmer, wo Pat auf dem Sofa lag. „Hey Patrick, kannst du mir noch mal verzeihen?“ „Was genau?“ „Alles. Das mit dem blauen Auge und das ich dich vorhin zu unrecht beschuldigt habe. Können wir das nicht alles vergessen was in der letzten Zeit passiert ist und wieder Kumpels sein wie früher?“ Ben streckte Pat als Zeichen der Versöhnung die Hand entgegen und Pat nahm an. „Es tut gut zu wissen, dass man seinen besten Freund nicht mehr als Feind hat. Aber wie auch immer, ich werde jetzt nachhause gehen.“ „Wenn du willst kannst du hier schlafen.“ „Da sag ich nicht nein. Wo darf ich denn schlafen?“ „Du kannst bei mir im Zimmer penne, Laura ist sowieso bei Mike und ich teile mir das Bett mit Ben. Wenn du nichts dagegen hast Ben?!“, antwortete ich auf Pats Frage. „Nein da habe ich absolut nichts dagegen!“, grinste er mich an. Patrick wollte gerade gute Nacht sagen, als Jane und Mike heim kamen. Ben begrüßte sie sofort mit einer Umarmung und wir fünf redeten noch ungefähr zwanzig Minuten, bevor wir alle ins Bett gingen.

Am nächsten Morgen wurde ich unsanft vom Leuten meines Handys geweckt. Als ich genervt abhob, war am anderen Ende Laura total aufgelöst zu hören. „Oh mein Gott, Mike ist so süß! Wir haben die ganze Nacht durchgeredet. Nur hab ich ihm weniger zugehört, sondern ihn nur die ganze Zeit angestarrt! Ach du meine Güte glaubst du er hat das mitbekommen und findet mich jetzt total gestört?“ „Mal ganz langsam Süße, wart noch einen Moment, ich muss noch kurz aufwachen!“ „Ich hasse es das du immer so lange schlafen musst!“ „Bitte? Es ist noch nicht mal acht Uhr!“ „Ja darüber können wir später reden. Glaubst du er hat was gemerkt?“ „Woher soll ich das wissen? Aber so wie ich ihn kenne, hätte er dann bestimmt was gesagt. Was machst du denn heute noch?“ „Weiß nicht genau, kommt drauf an was Mike vor hat. Ach, ich werde ihn ja so vermissen.“ „Ja mir geht’s genau so mit Ben.“ „Ist wieder alles in Ordnung zwischen euch?“ „Er hat mich mit Patrick erwischt.“, wollte ich sie erschrecken, was mir, glaub ich, auch gelungen ist: „WAS?! Du hast echt nicht mehr alle Tassen im Schrank!“ Schlussendlich klärte ich sie doch auf und sie kam wieder etwas runter. Nur blöd, dass ich wohl so laut war, das ich damit Ben geweckt habe.

„Was müsst ihr Girls mitten in der Nacht telefonieren, und das auch noch so laut?“

„Sorry Süßer, du hast so süß geschlafen, da hab ich dich irgendwie vergessen.“ „Was soll das denn heißen?“ „Nichts nichts.“ Ich hatte mittlerweile aufgelegt, Ben stürzte sich auf mich und kitzelte das ich regelrecht kreischte. Plötzlich hörten wir draußen Schritte näher kommen und die Stimme von Pat, die schrie: „Das ist nur Anita. Ben hat sich scheinbar gerade wieder mal auf sie gestürzt.“ Daraufhin klopfte er an die Türe und kam mit einem Tablett herein. „Guten Morgen ihr zwei. Habt ihr das Frühstück hier bestellt?“ „Oh Pat, du bist der Beste!“ „Hey, ich dachte ich bin der Beste?“, meldete sich Ben gespielt eifersüchtig. „Ja natürlich du!“

„Also ich lass euch dann wieder mal alleine. Ihr könnt ja später raus zu Jane, Mike und mir kommen.“ Ben und ich frühstückten zusammen und gingen dann raus zu den anderen. Mittlerweile waren auch Laura und Michael da und frühstückten.

Somit waren wir alle komplett. Ich glaube das war das erste mal, das all die

Personen die mir in den letzten drei Wochen am meisten ans Herz gewachsen sind an einem Tisch sitzen.

Leider war die Stimmung etwas getrübt, weil der große Abschied nicht mehr weit entfernt war.

„Was haltet ihr davon, wenn wir heute Abend eine Grillparty machen?“, schlug Jane vor. Damit waren sofort alle einverstanden. Ich fand es eine wirklich super Idee von ihr. Eine richtige Abschiedsparty praktisch.

Mittlerweile war es schon halb elf und die drei Jungs und wir zwei Girls gingen zum Strand, während Jane und Mike das Mittagessen zubereiteten. Zwei Stunden später läutete Bens Handy. Jane holte uns zum essen, aber gleich danach gingen wir wieder zum Strand und verbrachten dort den gesamten Nachmittag. Als wir nachhause gehen wollten, meinte Ben, ich solle noch mal kurz mit ihm mitkommen. Er führte mich zu einer großen Wiese und unter einen Lindenbaum. Ben zog ein Taschenmesser aus seiner Hose und ritzte ein Herz mit unseren Initialen in die Rinde. „Jetzt ist unsere Liebe nicht nur in unseren Herzen verewigt sondern auch in diesem Baum. Und jedes mal wenn ich dich vermisse, werde ich zu diesem Baum gehen und an unsere gemeinsame Zeit zurückdenken.“ „Ich kann gar nicht beschreiben wie süß du bist Ben. Ich liebe dich!“ „Ich liebe dich auch!“ Wir küssten uns und gingen dann  nachhause.

„Auch schon da?!“, meinte Michael empfing er uns grinsend. „Wo ist Laura?“, fragte ich ihn. Er deutete auf unser Zimmer, und meinte, sie wäre am packen. Darauf hatte ich total vergessen. Ich ging auch ins Zimmer und fing an meinen Koffer zu packen, während ich mit Laura rumfaxte. Nach über einer Stunde hatten wir unsere Koffer endlich zugebracht und gingen raus zu den anderen, die es sich im Wintergarten bequem gemacht hatten. Bens Dad richtete inzwischen den Gasgriller her und Jane bereitete ein paar Saucen, Dips und Salate zu. Wir übriggebliebenen spielten Activity. Gegen acht Uhr aßen wir dann gemeinsam und danach redeten wir über dies und das.

„Sei und bitte nicht böse, aber wir werden jetzt ins Bett gehen. Wann fahrt ihr morgen los?“, fragte uns Jane. „Der Bus fährt um halb zwölf Mittag los, aber wir müssen uns eine Stunde vorher bei der High School treffen.“ „Gut, dann schlaft heut noch gut. Gute Nacht.“ „Gute Nacht ihr zwei!“ Pat, Mike, Ben, Laura und ich saßen noch gemütlich im Wintergarten und genossen unsere letzten gemeinsamen Stunden.  Ungefähr eine dreiviertel Stunde später verabschiedeten sich auch Patrick und Mike, mit dem Versprechen, sie würden morgen früh noch mal kommen. Laura wollte Mike einfach nicht gehen lassen, also beschloss sie, die Nacht wieder bei Mike zu verbringen. Mir war es eigentlich egal, ich habe sie sowieso die nächste Woche ständig um mich herum. So waren nur noch Ben und ich da. Wir kuschelten zusammen auf einer Liege bis Ben kurz mal aufs Klo musste. Ich drehte inzwischen den Radio auf und es kam gerade „Angel“ von Sarah McLachlan. Als Ben zurück kam sah er, wie mir die Tränen nur so aus den Augen schossen. „Hey wieso weinst du denn jetzt?“ „Ich weiß nicht. Es ist irgendwie nur alles so beschissen! Wir haben drei Wochen gebraucht bis wir zueinander gefunden haben und jetzt müssen wir wieder auseinander gehen. Genau wie wir es von Anfang an nicht wollten. Wir hätten es doch lassen sollen.“ „Sag das nicht! Man kann gegen Gefühle nicht ankämpfen. Und wenn wir uns wirklich lieben, dann kann das keine Entfernung jemals zerstören.“ „Ach nimm mich einfach nur in den Arm!“ Ich schluchzte Bens T-Shirt voll, bis er plötzlich begann, unsere gemeinsamen Erlebnisse zu erzählen:

„Weißt du noch als Pat mal hier geschlafen hat, du dir was zu trinken holen wolltest und plötzlich vor der ganzen Familie halb nackt da gestanden bist?“ „Oh bitte erinnere mich bloß nicht daran. Das war so peinlich, ich wäre am liebsten im Erdboden versunken.“,

antwortete ich ihm darauf lachend. „Oder als Laura uns gestört hat, als wir uns das erste mal näher gekommen sind?“ „Ja ich hätte sie echt am liebsten umgebracht.“ „Man ich glaube ich habe noch nie so viel Wunderbares erlebt wie in den letzten drei Wochen.“ „Ja mir geht’s genau gleich.“ Ich legte meinen Kopf auf Bens Brust und muss nach einer Weile eingeschlafen sein, denn am nächsten Morgen weckte uns Jane, weil ihr ein Teller runtergefallen ist, als sie den Frühstückstisch decken wollte.

Nach und nach standen dann auch Laura und Mike auf und saßen sich zum Tisch. Alle waren am essen, nur ich hatte keinen Appetit. Offensichtlich merkte Jane das etwas mit mir nicht stimmt und bat mich mit ihr mitzukommen.

„Du bist ziemlich traurig das du dich jetzt von Ben trennen musst oder?“ „Ja. Es wäre  doch besser gewesen wir wären nur Freunde geblieben.“ „Das glaub ich nicht. Außerdem bist du hier jederzeit Willkommen!“ „Danke das ist wirklich nett. Nur muss ich dazu mal eben zwölf Stunden mit dem Flugzeug fliegen und das ist bekanntlich nicht billig.“ „Ja aber in den Ferien vielleicht. Und vielleicht kann auch Ben mal nach Österreich kommen?!“ „Wir werden schon sehen wie das alles weitergeht. Ich muss noch meinen Rucksack packen.“, entging ich der weiteren Diskussion. Natürlich musste ich keine Rucksack packen, ich wollte einfach nur alleine sein. Ich legte mich auf mein Bett und hörte mir „Hailies Song“ von Eminem an. Und wieder mal kullerten die Tränen. Plötzlich kam Laura ins Zimmer, setzte sich zu mir aufs Bett und tröstete mich. „Tut mir Leid das ich das jetzt sagen muss, aber wir sollten langsam beginnen uns zu verabschieden.“ Ich wischte mir die Tränen aus dem Gesicht, atmete tief durch und ging wieder zu den anderen raus. Während Laura und ich uns von Mike und Jane verabschiedeten kamen Pat und Mike völlig außer Atem ins Haus gestürmt. „Tut uns Leid, das Auto ist nicht angesprungen, da sind wir hergerannt.“ „Schon gut.“, antwortete ich und nahm Mike kurz in den Arm. Danach Patrick und dann musste ich mich von Ben verabschieden. Ich hätte ihn sicherlich nie losgelassen, hätte mich Laura nicht weggezerrt. Ich konnte nichts ändern, also winkte ich noch mal allen, drehte mich um und fuhr mit einem Taxi zur High School. Dort wurde besprochen was uns die nächsten Tage erwarten würde und so weiter.

Wir schauten uns St.Augustin, Tallahassee, Fort Myers, Daytona Beach, Fort Lauderdale, und natürlich Miami an. Nach einer Woche fuhren wir alle mit einem Bus zum Orlando International Airport, gaben unser Gepäck auf und warteten ungefähr eine Stunde bis wir endlich einchecken konnten. Kurz bevor wir durch die Kontrolle gingen, stand plötzlich und völlig unerwartet Ben vor mir. „Was tust du denn hier? Woher weißt du wann mein Flug geht?“ „Laura hat es mir gesagt. Ich kann dich nicht einfach so gehen lassen. Hier der Song ist für dich. Ich habe ihn vergangene Woche geschrieben, als ich unter unserem Lindenbaum gesessen bin und an dich dachte. Ich liebe dich und ich werde dich vermissen!“ „Danke, danke, danke! Ich liebe dich auch und werde dich auch unheimlich vermissen. Aber zusammen können wir das schaffen!“ „Anita los komm schon, wir müssen los!“, rief Alex, unser Betreuer.

Ich umarmte Ben noch mal und ging dann durch die Kontrolle.

Kurze Zeit später saß ich schon im Flugzeug im Steigflug über die Küste Floridas.

„Was hat Ben dir vorhin gegeben?“ „Ach ja, die CD. Er hat einen Song für mich geschrieben und ihn aufgenommen. Soll ich jetzt gleich reinhören?“ „Ja klar! Hier du kannst meinen CD-Player nehmen.“ Ich legte die CD ein und wäre am liebsten aus dem Flugzeug gesprungen und hätte Ben abgeknutscht. Der Song brachte mich wieder zum weinen, so wunderschön war er. Der Refrain war And I can't go back anymore I can't go on living a lie I've got to face up now, it's do or die, Or I'm gonna drown in these tears that I cry And I can't keep regretting the day We wished on a star that's just too far away There is nowhere to turn my cry for help And I still gotta live with myself”

„Hör bitte auf zu weinen, sonst muss ich auch mitweinen!“, versuchte mich Laura zu beruhigen. „Ich kann nicht! Ich liebe ihn so, ich will nicht so lange von ihm getrennt sein!!!“ „So hat es jetzt klingt aber daran kann niemand was ändern. Da musst du durch.“

Darauf antwortete ich ihr gar nicht, sondern drehte den CD-Player auf volle Lautstärke, machte meine Augen und schlief ein. Zwischendurch wurde ich geweckt weil das Essen reserviert wurde, aber ich brachte keinen Bissen runter. 

Nach etlichen Stunden Flug landeten wir wieder in Wien Schwechat, fuhren dann mit dem Zug weiter nach Innsbruck und begrüßten dort am Bahnhof unsere Familien. Meine Mutter bemerkte sofort das etwas mit mir nicht stimmte und wollte sofort den Grund dafür wissen. Ich erzählte es ihr aber erst zuhause, weil ich nicht wollte, dass es alle wissen.

„Liebe tut oft sehr weh! Aber da müssen wir alle durch Liebling! Wenn eure Liebe stark genug ist, steht ihr das durch!“ „Und wie? Kannst du mir sagen, wann ich das nächste mal nach Florida komme? Ich denke nicht, dass das in naher Zukunft sein wird oder?“ „Sag niemals nie! Aber ihr werdet euch bestimmt bald wieder sehen! Ruf ihn doch gleich mal an!“ „Nein, das geht doch nicht! Die haben es ja mitten in der Nacht!“ „Das ist ja egal! Er wartet bestimmt auf deinen Anruf anstatt zu schlafen. Na los mach schon!“

Ich habe die ganze nächste Stunde versucht ihn zu erreichen, aber es ging niemand ans Telefon. Danach habe ich es aufgegeben, zog mir frische Klamotten an und traf mich mit Conny und Joey. Ich habe sie in den letzten Wochen richtig vermisst.

In den folgenden Stunden mit den beiden konnte ich mal richtig abschalten und dachte nicht an Ben. Wir spazierten die Innpromenade entlang und lästerten über ein Mädchen aus meiner Klasse. Eigentlich machen wir das immer wenn wir uns treffen, aber das letzte mal ist schon so lange her, dass ich total vergessen habe wie viel Spaß das macht. Die Zeit verging wie im Flug. Um zwei Uhr klingelte mein Handy. Am anderen Ende war meine Mutter, die fragte wo ich wäre, weil ich noch einen Zahnarzttermin hätte. An den habe ich echt nicht mehr gedacht. Ich wollte ihn zwar noch verschieben, lies es aber dann doch bleiben. Ich verabschiedete mich von Joey und Conny und fuhr mit dem Bus zum Zahnarzt.

Die nächsten Wochen und Tage verbrachte ich auch viel mit den beiden und anderen Freunden aus meiner Clique. Leider endeten die Sommerferien doch irgendwann und der Schulalltag begann wieder. Ben hatte ich auch endlich erreicht, und wir telefonierten täglich. Nach einiger Zeit war es nur alle zwei Tage, dann drei Tage und so reduzierte es sich immer mehr.

Aber eines Tages hätte ich mir gewünscht, er hätte mich nicht angerufen. Das war glaube ich der schlimmste Anruf meines Lebens: „Anita, ich glaube das alles hat keinen Sinn!“ „Was redest du da?“ „Was ist das für eine Beziehung, in der man gelegentlich mal telefoniert? Ich möchte mit einem Girl zusammen sein, die auch körperlich bei mir ist. Ich möchte sie spüren können, sie in den Arm nehmen. Ich möchte die Beziehung hiermit beenden. Aber wenn du Probleme hast kannst du mich jederzeit anrufen.“ „Das ist ja nett von dir! Aber was ich fühle interessiert dich scheinbar gar nicht oder?!“, brüllte ich heulend in den Telefonhörer und legte auf.

Ungefähr zur selben Zeit läutete es an der Türe. Eigentlich wollte ich niemanden sehen, aber als diese Person Sturm läutete, öffnete ich genervt und total verheult die Türe. Vor mir standen Conny und Joey. Tröstend nahmen sie mich in den Arm. Ich brauchte gar nicht zu sagen was passiert ist, sie wussten es offensichtlich indem sie mich nur ansahen.

„Lasst uns heute in die Stadt gehen! Ich hab Lust auf Party!“, schlug ich den beiden

vor. „

„Anita, wir haben morgen unsere erste Latein Schularbeit. Und dieses Semester haben wir nur eine, das heißt, wir dürfen keinen Fünfer schreiben.“, antwortete Joey.

„Ach bitte, als ob das ein Grund wäre.“ „Joey hat Recht. Ich habe außerdem gar keine Lust. Lass uns doch am Wochenende in die Stadt gehen.“ „Na gut.“, gab ich mich geschlagen. Conny und Joey gingen kurz darauf auch wieder nachhause. Gegen acht Uhr war mir so fad, das ich duschen ging, mich anzog und doch in die Stadt ging. Sehr viel war zwar nicht gerade los, aber amüsiert habe ich mich trotzdem. Nach einigen Drinks. Ich kam gegen halbdrei Uhr in der Nacht heim, stirnhagelvoll. Meine Eltern waren zum Glück schon im Bett und ich legte mich auch umgehend aufs Ohr. Am nächsten Morgen weckte mich meine Mutter. Total verkatert ging ich in die Schule, und bekam nichts mit. Folglich verpatzte ich auch die Schularbeit. So ging das auch die nächsten Wochen weiter. Ich brachte nur Fünfer nachhause, wenn ich Glück hatte mal einen Vierer.

Nachdem ich die vierte Frühwarnung bekam, führte meine Mutter ein eingehendes Gespräch mit mir. „Anita, was ist los mit dir? So kenne ich dich gar nicht. Du warst immer so eine gute Schülerin, und hast noch nie eine Frühwarnung bekommen und heuer ist das deine schon deine Vierte! Seit das mit Ben war ging es nur noch bergab. Das kann nicht ewig so weitergehen. Du hast damit noch nicht abgeschlossen, das weiß ich, deshalb solltest du das schleunigst nachholen.“ „Ich will das doch alles gar nicht so wie es im Moment ist. Ich möchte wieder glücklich sein und gute Noten bekommen. Aber wie soll ich das mit ihm regeln. So etwas kann man wohl nicht am Telefon klären oder?!“ „Ich weiß, und deshalb habe ich mit deinem Direktor gesprochen und er hat dir die ganze nächste Woche freigegeben, weil ich ihm gesagt habe, dass deine Leistungen dann wieder steigen. Dein Flugticket hab ich auch schon besorgt und mit Jan und Mike hab ich auch gesprochen. Ben weiß nichts davon.“ „Heißt das, ich fliege wieder nach Orlando?“ „Du hast es erfasst! Ich denke du kannst in dieses Woche alle Probleme mit Ben aus der Welt schaffen. Aber du musst mir versprechen, das sich deine Noten danach schlagartig verbessern!“ „Ja Mama das verspreche ich hoch und heilig! Du bist wirklich die Allerbeste!!! Wann geht mein Flug?“ „Morgen Mittag.“ „Morgen schon? Meine Güte, da muss ich ja noch soviel erledigen.“

Ich rannte sofort in mein Zimmer, packte den Koffer und rief Laura an. Sie freute sich zwar für mich, war aber eher kurz gebunden, weil sie angeblich Besuch hatte. In der letzten Zeit hatte sie generell wenig Zeit für mich. Aber das störte mich im Augenblick gar nicht, ich überlegte mir eher, was ich zu Ben sagen soll. Aber irgendwie wollte mir nichts einfallen. Daraufhin rief ich dann Conny an, ob wir uns treffen könnten. Zehn Minuten später saßen wir zusammen am Innufer und ich konnte mich so richtig bei ihr ausheulen. Wir quatschten bis es dunkel wurde. Ich verabschiedete mich bei ihr, sie wünschte mir alles Gute mit Ben und wir gingen nachhause. Am nächsten Morgen stand ich schon um acht Uhr auf, machte mich fertig und fuhr zusammen mit meinen Eltern zum Bahnhof. Ich musste ja wieder zuerst nach Wien fahren und von dort aus mit dem Flugzeug nach Orlando.

Jan holte mich vom Flughafen ab. Zuhause war nur Mike, Ben war bei einem Freund. Wir setzten uns in den Wintergarten und ich musste den beiden erzählen, was ich die letzten Monate getrieben hätte und was passiert wäre, dass meine Mutter sie bittet mich für eine Woche aufzunehmen. Als ich ihnen erzählt habe, das und vor allem wie Ben mit mir Schluss gemacht hatte, waren sie ziemlich entsetzt. In dem Moment klingelte das Telefon. Es war Ben, der Mike sagte, er würde erst morgen früh wieder nachhause kommen, weil sein Freund eine Party mache und er deshalb gleich bei ihm schlafen würde. Mike wollte es ihm zwar verbieten, Ben lies sich aber nicht davon abhalten. Mir war es eigentlich sowieso egal. Aber ich hatte auch keine

Lust den ganze Abend mit Mike und Jan im Wintergarten zu verbringen. Deshalb rief ich Patrick an. Als er meine Stimme hörte, war er ziemlich überrascht. Wir verabredeten uns für diesen Abend. Zum Glück hatten Jan und Mike nichts dagegen. Im Gegenteil, sie fuhren mich sogar zu ihm hin.

Nach einer langen Umarmung stellte mir Pat so viele Fragen, das ich nicht wusste, was ich sagen sollte. Ihm erklärte ich ebenfalls was alles passiert wäre und als er hörte, das Ben mit mir Schluss gemacht hatte, konnte er es nicht fassen. „Ben würde das nie tun wenn er keinen Grund dazu hätte. Und den Grund den er dir gesagt hat, der stimmt nicht, da bin ich mir sicher. Ich glaube er hat nur mit dir Schluss gemacht, gerade weil er dich so geliebt hat. Vielleicht hat er es einfach nicht mehr ohne dich ausgehalten, und wollte unter dem ganzen einen Schlussstrich ziehen, weil er sonst noch verrückt geworden wäre.“ „Aber weshalb kann er mir das nicht sagen? Wieso verletzt er deshalb meine Gefühle so? Wer hat ihm das Recht dazu gegeben? Er hat damit praktisch mein ganzes Leben verwüstet. Ich bin in der Schule so schlecht wie nie!“ „Darauf weiß ich leider auch keine Antwort, aber du bist ja jetzt hier um das mit ihm zu klären.“ Wir redeten noch den ganzen Abend bis er mich um Mitternacht nachhause fuhr.

Als ich am nächsten Morgen zusammen mit Jan und Mike am Frühstückstisch saß ging plötzlich die Wohnungstüre auf. Ben stand in der Türe zum Wohnzimmer und starrte mich an als wäre ich ein Alien. „Hi Ben!“ „Anita! Wa... Wa... Was tust du denn hier?” „Das ist ja eine nette Begrüßung. Willst du dich nicht erst mal setzen. Lass uns den Rest später besprechen.“ Er setzte sich hin, aber starrte mich immer noch an. „Was schaust du mich so komisch an? Hab ich irgendetwas im Gesicht kleben oder was ist los?“ „Nein nichts ist alles in Ordnung.“ Ich frühstückte noch fertig und spazierte dann zusammen mit Ben an den Strand.

„Also, weshalb bist du hier? Ich habe doch gesagt das es vorbei ist. Da wird dein Besuch nichts mehr dran ändern!“ „Ich bin eigentlich hier, weil ich das alles mit dir persönlich klären wollte und nicht über das Telefon. Seit deinem Anruf damals ging es mir ziemlich beschissen. Aber das hat dich scheinbar nicht interessiert. Bist du nicht einmal auf den Gedanken gekommen, das ich dich noch liebe? Gib es zu du liebst mich auch noch.“ „Blödsinn!“ „Du bist so ein feiges Arschloch weißt du das?! Wieso kannst du es nicht zugeben? Meine Güte verdammt!!! Ich weiß das diese Fernbeziehung keine Zukunft hatte, aber du hättest das alles anders machen können. Oder vielleicht hättest du mir das ins Gesicht sagen können? Du hast mich einfach nur wahnsinnig verletzt und ich konnte das nicht verarbeiten. Deshalb bin ich hier um damit ein für allemal abzuschließen und wieder in die Zukunft zu blicken.“ „Mir tut das alles sehr Leid. Wenn ich könnte würde ich das auch rückgängig machen, nur geht das nicht. Es war eben das erste mal das ich in so einer Situation war und das war eine Kurzschlusshandlung!“ „Das heißt jetzt auf Deutsch?“ „Kannst du dir das nicht denken?“ „Nein ich will das du mir jetzt sagst was das heißt!“ „Das heißt, dass ich dich noch liebe und eigentlich noch gerne mit dir zusammen wäre. Die letzte Zeit war auch für mich sehr hart.“ „Ben, ich liebe dich auch noch, aber das hat doch alles keine Sinn! Schau mal: Jetzt wären wir vielleicht die nächsten Tage glücklich, weil wir zusammen sind und was ist dann? Dann fangt das alles wieder von vorne an. Wir würden uns wieder vermissen ohne Ende, und dann trennen wir uns doch wieder. Ich will das nicht. Lass es uns hier und jetzt für immer beenden.“ „Aber ich liebe dich doch verstehst du das nicht?“, sagte Ben unter Tränen. „Doch mir geht’s es doch nicht anders. Aber anders hat es keinen Sinn!“ Ich begann auch zu weinen und lies Ben alleine im Sand sitzen. Ich flüchtete zu Patrick. Er versuchte mich wieder aufzubauen. Es gelang ihm glücklicherweise, so dass ich wenigstens wieder über seine Jokes und Grimassen lachen konnte. Am Nachmittag ging ich

dann nachhause. Ich habe beschlossen, nicht die ganze Woche bei den Bledsoes zu bleiben. Das würde ich nicht aushalten. Patrick hatte mir angeboten solange bei ihm zu schlafen. Und nachhause wollte ich auch noch nicht. Wenn ich schon die Gelegenheit habe hier zu bleiben, muss ich es ausnutzen. Mike und Jan hatten totales Verständnis und Ben ging mir kontinuierlich aus dem Weg.

Bevor ich abflog fuhr ich zusammen mit Patrick noch zu Jan und Mike um mich für alles zu bedanken und zu verabschieden. Von Ben verabschiedete ich mich auch aber wir konnten uns kaum in die Augen schauen.

Nach vierzehn Stunden Flug und sechs Stunden Zugfahrt kam ich vollends erschöpft zuhause an. Meine Mutter hat mich vom Bahnhof abgeholt und sofort gefragt wie es gelaufen wäre. „Ich habe mit der ganzen Sache mit Ben abgeschlossen. Ich bin endlich über ihn hinweg. Danke dir das du das für mich getan hast Mama!“ „Hab ich doch gern getan! Hauptsache du bist von nun an wieder so wie früher!“

Seit dieser Reise wurden meine Noten schlagartig besser, ich hatte wieder zu etwas Lust und vor allem war ich wieder glücklich! Zu Ben hatte ich keinen Kontakt mehr, Jan oder Mike riefen mich manchmal auf ein kurzes Schwätzchen an oder mailten mir und mit Patrick war ich auch in Mailkontakt. Als ich das letzte mal in Orlando war, merkte ich richtig, wie wichtig mir Patrick als Freund ist.

Einige Monate später:

Endlich ist das Schuljahr überstanden! Ich habe keinen einzigen Fünfer im Zeugnis und nur zwei Vierer.

Als ich nachhause kam, wartete eine riesige Überraschung auf mich. Meine Mutter saß im Wohnzimmer und fuchtelte mit einem Kuvert herum. Ich hatte keinen blassen

Schimmer was darin sein sollte.

Als ich auf die Rückseite des Umschlags sah und den Absender laß, bekam ich einen ganz schönen Schock. Der Brief war aus Amerika... von Ben! "Was hast du denn Anita?!" "Der Brief... er ist von Ben!" "Seit wann schreibt er die Briefe?!" "Ich habe keine Ahnung." "Mach doch mal auf." Ich öffnete den Brief und laß die Zeilen die er mir geschrieben hat. "Liebe Anita. Du wunderst dich bestimmt gerade, wieso ich dir einen Brief schreibe, und glaube mir, es ist mir wirklich alles andere als leicht gefallen! Ich will jetzt auch gar nicht lange drumrum schreiben, aber ich glaube es ist besser, wenn wir den Kontakt für immer abbrechen. Ich weiß, wir haben schon lange nicht mehr miteinander telefoniert oder geschrieben, aber ich muss einen Schlussstrich unter allem ziehen. Mir ging es die vergangenen Monate echt beschissen, deshalb dieser endgültige Entschluss. Ich weiß nicht wie es dir geht und ich denke es ist auch besser. Bitte verzeih mir, wenn ich dir jetzt weh tu´, aber glaub mir, es ist besser so. Ich habe lange und intensiv darüber nach gedacht. Egal wie du jetzt denkst oder fühlst, bitte melde dich nicht mehr bei mir! Ich schätze du hasst mich jetzt, aber das ist möglicherweise besser so. ~Ben"

Mir standen die Tränen in den Augen und meine Mutter kannte sich hinten und vorn nicht mehr aus. "Anita was ist denn los?" Ich gab ihr den Brief und rannte raus. Ich wollte zu Conny und mich bei ihr ausheulen, aber leider kam ich nie so weit. Conny wohnt nur über die Straße. Ich rannte über die Straße ohne nach links oder rechts zu sehen, blind, blind vielleicht vor Liebe, Liebe die nicht erwidert wurde?! Mein Körper wurde von einem Auto erfasst und wurde durch die Luft, über das Auto geschleudert. Jetzt hatte Ben was er wollte. Er würde nie wieder etwas von mir hören. Ich würde nie wieder die Möglichkeit bekommen, Ben zu sagen was ich fühle, was ich fühlte, als ich den Brief gelesen habe. Aber ich werde ihn immer lieben, egal was vorgefallen ist. Und ich werde ihn vom Himmel aus beobachten und ihn vor dem ganzen Unglück das ihm widerfahren kann beschützen.

 

 

 Oh oh
I thought I'd see you smile
When I walked in the door
Thought those arms of yours would be open wide
The way they were before
Why do you look at me
Like I'm some stranger now?
Why do you pull away
When you used to hold me so tight?

Don't you love me anymore?
Have your learned to live your life without me?
Don't you love me, anymore?
When did the fire go out?
Where did the feeling go?
Did it slip away when I wasn't there?
Baby now I've come home
I thought you'd want me babe
I was so sure you'd ask me to to stay
I thought you'd need this too
Guess it didn't work out that way

 

~°~THE END~°~

 

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